10. Juni 2026 – dpa Nachrichten
Am Sonntag wurde der Polizei ein Kindernotfall in Anhalt-Bitterfeld gemeldet. Zwei Tage später ist das Kind tot. Was ist zu dem Fall bekannt?
Ein mutmaßlich von seinem Stiefvater schwer verletztes Kind ist nach zwei Tagen im Krankenhaus gestorben. Das Kind war am Sonntag im Osternienburger Land mit schweren Kopfverletzungen in die Klinik gekommen. Am Dienstagnachmittag sei es gestorben, teilten die Polizeiinspektion und die Staatsanwaltschaft in Dessau-Roßlau mit.
Die Ermittler verdächtigen den Lebensgefährten der Mutter des Kindes, schuld an den Verletzungen zu sein. Der Polizei war am Sonntag ein Kindernotfall in der Gemeinde im Landkreis Anhalt-Bitterfeld gemeldet worden. Mit schweren Verletzungen am Kopf war das Kind darauf mit dem Hubschrauber in das Krankenhaus gebracht worden.
Wie die Polizei angab, wurden in der Klinik Verletzungen festgestellt, «die nach vorläufiger ärztlicher Einschätzung nicht mit einem Unfallgeschehen in Einklang zu bringen sind». Die Klinik habe die Polizei informiert.
Noch am Sonntag wurden Ermittlungen gegen den 27 Jahre alten deutschen Staatsangehörigen aufgenommen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft durchsuchten Ermittler in den Abend- und Nachtstunden die Wohnung des Beschuldigten unter Beteiligung der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes. Der Mann wurde noch am selben Abend festgenommen.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht Köthen am Montag Haftbefehl gegen den Beschuldigten. Er wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Der 27-Jährige war nach Angaben der Ermittler bislang nicht vorbestraft.
Nach dem Tod des Kindes hat die Staatsanwaltschaft zur Klärung der Todesumstände eine Obduktion beantragt. Der Leichnam wurde beschlagnahmt. Das Amtsgericht Dessau-Roßlau ordnete die Untersuchung am Mittwoch an, diese soll zeitnah erfolgen, wie es hieß. Die Ermittler erhoffen sich davon Erkenntnisse zur genauen Todesursache und zum Ablauf des Geschehens.
Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen werden inzwischen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts gegen den 27-Jährigen geführt. Zuvor war gegen ihn wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung ermittelt worden. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft befinden sich die Untersuchungen noch in einem frühen Stadium. Derzeit werden unter anderem Zeuginnen und Zeugen vernommen sowie weitere Personen befragt.
Weitere Angaben zum mutmaßlichen Tathergang machten die Ermittler aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.