22. Juni 2026 – dpa Nachrichten

Schwimmregeln

Kein Deutsch, kein Eintritt - umstrittene Regel in Strandbad

Nach einem Vorfall in Halle gilt: Wer nicht gut genug Deutsch spricht, bekommt keinen Zutritt zum Badesee. Der Betreiber sagt: «Wir bleiben da konsequent.»

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Am Wochenende musste im Heidebad ein Kleinkind gerettet werden. (Archivbild), Foto: Heiko Rebsch/dpa

Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse werden in ein Strandbad in Halle (Sachsen-Anhalt) nicht mehr eingelassen. «Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können», sagt der Geschäftsführer des Heidebades in Halle, Mathias Nobel, der Deutschen Presse-Agentur.

Falle am Eingang auf, dass es Verständnisprobleme gebe, werde im Einzelfall entschieden, wie verfahren werde. Es gehe vor allem darum, dass die Badegäste wüssten, wie sie sich am Wasser verhalten müssten. Für seine Entscheidung sei er auch kritisiert worden. «Wir bleiben da aber konsequent.»

Kleinkind aus tiefem Wasser gerettet

Vor allem an heißen Tagen wie am vergangenen Wochenende sei auch am Einlass des Bades so viel los, dass eine neue Regelung habe gefunden werden müssen - ergänzend zu den Hinweisschildern, die an mehreren Stellen im Bad zu finden sind, so der Geschäftsführer. Seit die neue Einlassregel vor wenigen Tagen eingeführt worden sei, seien vereinzelt Menschen nicht eingelassen worden.

Anlass, die Regel ins Leben zu rufen, sei ein Vorfall vom vergangenen Wochenende gewesen. Nobel - selbst Rettungsschwimmer - musste ein Kleinkind aus dem Wasser retten, das in viel zu tiefem Wasser war. «Unser See ist zum Teil 13 Meter tief. Das ist einfach gefährlich.»

Was ist leistbar und was nicht?

Vor allem die Kinder müssten verstehen, wie sie sich am Wasser zu verhalten hätten und in Aufsicht von Personen sein, die ebenfalls wüssten, wie sie zu handeln hätten. Außerdem müssten die Menschen von den Rettungsschwimmern angesprochen werden können. Komme zum Beispiel eine Gruppe ohne auch nur eine Person, die ausreichend Deutsch verstehe, kämen bei ihm und seinem Team Bedenken auf, sagte Nobel.

Mit der neuen Regelung wolle er auch seine Bademeister entlasten. In der Vergangenheit habe es Diskussionen gegeben, weil diese nicht dazu bereit gewesen seien, die Schwimmregeln einzeln in ein Übersetzungsprogramm zu sprechen, so der Chef des Heidebades. «Mein Personal ist so schon an der Grenze.»

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