05. November 2026 – dpa Nachrichten

Insolvenzen

IWH: Mehr Jobs von großen Firmenpleiten betroffen

Im Oktober zählte das IWH mehr als 1.600 Insolvenzen - etwas mehr als im September. Bei größeren Pleiten waren deutlich mehr Arbeitsplätze betroffen. Zum Jahresende könnten die Zahlen wieder sinken.

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Bei den größten Firmenpleiten waren im Oktober rund 16.800 Arbeitsplätze betroffen – 45 Prozent mehr als im Vormonat. (Symbolbild)

In Deutschland ist die Zahl der Firmenpleiten im Oktober leicht gestiegen. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zählte 1.683 Fälle von Unternehmen mit Handelsregistereintrag. Das waren ein Prozent mehr als im September und neun Prozent mehr als im Oktober des Vorjahres. Verglichen mit dem Durchschnitt der Oktobermonate 2016 bis 2019 - also vor der Corona-Pandemie - lag die Zahl um 83 Prozent höher.

«Die Insolvenzzahlen bewegen sich weiterhin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau», sagte Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung.

In den zehn Prozent der größten insolventen Unternehmen waren rund 16.800 Arbeitsplätze betroffen. Das waren 45 Prozent mehr als im September. Die Zahl bezieht sich auf Arbeitsplätze in diesen größeren Insolvenzfällen. Das IWH nutzt sie als groben Anhaltspunkt für alle von Firmenpleiten betroffenen Arbeitsplätze. Sie sagt aber nicht, wie viele Beschäftigte tatsächlich ihren Job verlieren.

Im verarbeitenden Gewerbe waren rund 9.400 Arbeitsplätze betroffen. Das war der zweithöchste Wert seit Beginn der IWH-Erhebungen im Januar 2020. Nur im September 2024 lag er noch höher. Zu den bekanntesten im Oktober eröffneten Insolvenzverfahren zählten die Varta AG und mehrere mit ihr verbundene Unternehmen.

Das IWH hatte bereits im September mit sinkenden Insolvenzzahlen im Schlussquartal gerechnet. Das Institut beobachtet Hinweise, die etwas über die Entwicklung der kommenden Monate aussagen sollen. Diese Frühindikatoren seien zuletzt zurückgegangen und liefen dem Insolvenzgeschehen gewöhnlich zwei bis drei Monate voraus. Deshalb rechnet das IWH für November und Dezember mit weniger Fällen.

Für seine Monatszahlen wertet das IWH Meldungen der Insolvenzgerichte aus. Erfasst werden Firmen mit Handelsregistereintrag. Die IWH-Zahlen sind deshalb nicht eins zu eins mit anderen amtlichen Insolvenzstatistiken vergleichbar, die teils zusätzliche Fälle berücksichtigen und meist rund zwei Monate später erscheinen.

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