26. September 2026 – dpa Nachrichten

Katastrophenschutz

Hunderte Einsatzkräfte trainieren Versorgung im Angriffsfall

Was, wenn es zum Ernstfall kommt? Auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr bei Annaburg trainieren Rettungskräfte und Hilfsorganisationen die Versorgung immer neuer Verletzter für ganze 24 Stunden.

bm66pqzp2t-v3-ax-s2048.jpeg
Rund 30 Verletzte pro Stunde werden bei der Großübung "Schwebender Adler" versorgt. , Foto: Sebastian Willnow/ dpa/dpa

Hunderte medizinische Einsatzkräfte aus Sachsen und Sachsen-Anhalt trainieren im Rahmen einer 24-stündigen Großübung die Versorgung Verletzter im Angriffsfall. Bei der Großübung mit dem Namen «Schwebender Adler» kommen 300 Einsatzkräfte und 68 Fahrzeuge sogenannter medizinischer Task Forces in mehreren Schichten zum Einsatz, teilen die Organisatoren mit.

Die Übung findet auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr in der Annaburger Heide im Dreiländereck von Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg statt. Versorgt werden 80 Verletztendarsteller - erstmals auch durch Spontanhelfer ohne medizinische Ausbildung, wie es heißt.

«Das Besondere ist, dass wir den Behandlungsplatz über 24 Stunden betreiben. Das ist so deutschlandweit noch nie geprobt worden», sagte Peter Appelt, medizinischer Leiter bei der Johanniter-Unfall-Hilfe in Leipzig. Bei den beteiligten Einsatzkräften handelt es sich demnach ausschließlich um Ehrenamtliche. Zehntausende Stunden hätten sie für die Vorbereitungen und die Übung verbracht.

Beteiligt sind Feuerwehren und Rettungsdienste zahlreicher Hilfsorganisationen aus Dresden, Chemnitz, Wittenberg und Magdeburg. Geleitet wird die Übung von der Branddirektion Leipzig, heißt es weiter.

Die Einsatzkräfte trainieren ein realitätsnahes Szenario, bei dem ein östlicher Nato-Partner angegriffen wird und den Bündnisfall ausruft. Rund 30 Verletzte pro Stunde müssen transportiert und behandelt werden, ein Behandlungsplatz aufgebaut und in mehreren Schichten betrieben und koordiniert werden, teilt die ebenfalls beteiligte Johanniter-Unfall-Hilfe Sachsen mit.

Beteiligt sind demnach auch Wissenschaftler der Universitätsmedizin Leipzig, die die Umsetzung des Einsatzes wissenschaftlich bewerten sollen. Sie beobachten vor allem die Übergaben zwischen den Schichten, die im Laufe der Übung nötig sind, wie Appelt erläutert. «Wir möchten daraus Lehren ziehen, die gegebenenfalls für ganz Deutschland gezogen werden können.» Es handelt sich um die größte derartige Übung seit Jahren. Sie dauert noch bis Samstagabend, 19.00 Uhr, an.

Das Wichtigste aus Sachsen-Anhalt

undefined
Radio Brocken
Audiothek