15. September 2026 – dpa Nachrichten

Union

Haseloff empfiehlt Kanzler Merz «empathische Ansprache»

Spätestens seit dem Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt bröckelt das Vertrauen in Friedrich Merz auch in den eigenen Reihen. Ex-Ministerpräsident Haseloff hat eine Empfehlung für den Kanzler.

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Haseloff empfiehlt dem Kanzler eine empathische Ansprache an die Bevölkerung. , Foto: Kay Nietfeld/dpa

Sachsen-Anhalts ehemaliger Ministerpräsident Reiner Haseloff empfiehlt Bundeskanzler Friedrich Merz eine freundlichere Ansprache an die Menschen im Land. «Er muss sozusagen den Zugang zu den Menschen als Person auch wiederfinden. Ich empfehle auch dringend mal zu grundsätzlichen Themen eine sehr empathische Ansprache an die Bevölkerung, an das Volk in kritischen Situationen», sagte der CDU-Politiker im Sender Welt-TV.

Er habe das etwa bei der Corona-Pandemie und anderen Themen erlebt, sagte Haseloff. «Es geht um unsere generelle Stabilität, unsere Demokratie. Die darf nicht weiter Fliehkräfte entwickeln nach links und nach rechts, sondern es muss Mehrheiten in der Mitte immer noch organisierbar geben.»

Merz wisse, dass er der am schlechtesten angesehene Kanzler der deutschen Geschichte sei. «Er weiß, dass die CDU Deutschlands noch nie so weit unten gelegen hat», sagte der 72-Jährige. Laut aktuellem RTL/ntv-«Trendbarometer» sind 88 Prozent der Bundesbürger mit der Arbeit des Kanzlers unzufrieden. Nur zehn Prozent sind demnach zufrieden. Das ist laut RTL der niedrigste Wert, den das Meinungsforschungsinstitut Forsa bislang für Merz gemessen habe. Die Union sank bei der sogenannten Sonntagsfrage um einen Punkt auf 20 Prozent.

Das Wahldesaster für die CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt war aus Sicht von Haseloff vor allem darauf zurückzuführen, dass viele bisherige Nichtwähler den Bundeskanzler abwählen wollten. «Wir sind mit unseren Themen überhaupt nicht durchgedrungen», sagte er. Die CDU hatte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September mit 17,2 Prozent eine schwere Niederlage eingefahren.

Ein AfD-Verbot lehnt Haseloff, der Sachsen-Anhalt von 2011 bis 2026 regierte, ab. «Das dauert Jahre. Wir können auch nicht, wie bei uns, 43 Prozent der Wählerinnen und Wähler plus der 5 Prozent vom BSW, sozusagen im Sinne ihres bewussten Votums aus dem Rennen nehmen.»

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