13. Juli 2026 – Radio Brocken
14 blinde und sehbehinderte Menschen haben dank ihrer beruflichen Rehabilitation im Berufsförderungswerk Halle nun eine neue Perspektive und starten trotz Seheinschränkungen im neuen Job voll durch.
Berufliche Rehabilitation lohnt sich – das haben 14 blinde und sehbehinderte Frauen und Männer am vergangenen Freitag eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Im Rahmen einer feierlichen Zeugnisübergabe im Berufsförderungswerk Halle (Saale) gGmbH nahmen sie die Urkunden für ihre erfolgreich abgeschlossene berufliche Neuorientierung entgegen. Die meisten von ihnen hatten sich zweieinhalb bis drei Jahre lang auf einen neuen Beruf vorbereitet, nachdem sie ihren ursprünglich erlernten Beruf aufgrund einer Sehbehinderung nicht mehr oder nur eingeschränkt hatten ausüben können.
Neue berufliche Wege trotz Seheinschränkung
Zwölf der Absolventinnen und Absolventen erwarben einen regulären IHK-Abschluss, elf von ihnen bestanden ihre IHK-Prüfung. Die neuen Qualifikationen liegen überwiegend im kaufmännischen Bereich – darunter Berufe wie Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement, Kaufmann/-frau für Büromanagement und Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen. Fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bereits einen festen Arbeitsvertrag in der Tasche und starten noch heute oder in den kommenden Tagen in ihren neuen Job.
Damit ein Arbeitsplatz auch mit einer Sehbehinderung optimal genutzt werden kann, werden die Arbeitsplätze der Absolventinnen und Absolventen behinderungsgerecht ausgestattet – zum Beispiel mit Screenreadern, Lesegeräten oder Großbildausgaben. So wird sichergestellt, dass die neu erworbenen Kompetenzen auch im Berufsalltag voll zur Geltung kommen.
„Diese Erfolge zeigen, dass eine erhebliche Seheinschränkung kein Hindernis für einen anspruchsvollen Beruf sein muss", betonte Geschäftsführerin Kerstin Kölzner in ihrer Ansprache anlässlich der Zeugnisübergabe. Sie beglückwünschte die Absolventinnen und Absolventen zu ihrer Leistung und würdigte den langen, oft herausfordernden Weg, den die Teilnehmenden während ihrer Rehabilitation zurückgelegt haben.
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