24. Juni 2026 – dpa Nachrichten

Sicherheit im Strandbad

Einlass unter Voraussetzung? Stadt und Bad suchen Kompromiss

Wer nicht genug Deutsch spricht und die Baderegeln nicht versteht, könnte am Heidebad in Halle abgewiesen werden. Die Stadt ist darüber nicht glücklich und hat deshalb nun das Gespräch gesucht.

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Einlass nur mit Deutsch? Stadt Halle und Betreiber des Strandbades suchen Lösung. (Archivbild) , Foto: Sebastian Willnow/dpa

Der Betreiber des Heidebades in Halle hat in der Diskussion um die Voraussetzungen zum Einlass in das Bad eine sachliche Debatte gefordert. Sein Strandbad stehe für Offenheit, Vielfalt und gegenseitigen Respekt, teilte der Chef des Heidebades, Mathias Nobel, mit. Es gehe nicht um die deutsche Sprache und nicht um die Herkunft eines Menschen. «Es geht ausschließlich um den Schutz von Menschenleben und die Vermeidung von Badeunfällen.»

Nobel war Anfang dieser Woche bundesweit in Kritik geraten, nachdem er öffentlich gemacht hatte, dass er in das Strandbad nur noch Menschen einlassen will, die ausreichend Deutsch sprechen, um die Baderegeln zu verstehen. Anlass für diese Entscheidung sei ihm zufolge ein Rettungseinsatz am Wochenende zuvor gewesen, bei dem ein Kleinkind aus metertiefem Wasser gerettet werden musste. Jedoch habe es auch schon davor immer wieder gefährliche Situationen gegeben, weil Menschen sich nicht an die Regeln des Bades gehalten hätten.

Stadt bietet Sicherheitshinweise in Fremdsprachen an

Die Stadt Halle habe Nobel am Dienstag aufgefordert, seine umstrittene Einlassregel zurückzunehmen, erklärte Stadtsprecher Drago Bock. Dazu habe es ein Telefonat und ein entsprechendes Schreiben gegeben. Dies bestätigte auch Nobel auf Anfrage.

Ziel der Stadt sei es, schnellstmöglich eine einvernehmliche Lösung zu erzielen, hieß es. Die Stadt Halle verpachtet das Gelände des Heidebades an Nobel. Die in dem von ihm betriebenen Strandbad geltende Haus- und Badeordnung wurde Nobel zufolge gemeinsam mit der Stadt ausgearbeitet.

Den Angaben nach hatte die Stadt Halle Nobel Unterstützung angeboten, um die Sicherheit auf anderem Wege zu erreichen. «Ziel der Stadt ist es, zu helfen, die Kommunikationsschwierigkeiten zu beheben, um die Sicherheit und die Gesundheit aller Badenden zu gewährleisten», hieß es. «Insofern richten sich mögliche Hilfsangebote an all jene, die nicht lesen können oder die deutsche Sprache aus unterschiedlichen Gründen nicht beherrschen. Das können Piktogramme, Übersetzungen oder QR-Codes mit mehrsprachigen Angeboten sein.»

Betreiber sieht Gespräche auf gutem Weg

Nobel stellte indes klar, dass die von ihm als neue Einlassregel bezeichnete Änderung keine Änderung der geltenden Haus- und Badeordnung sei. «Das ist eher eine interne Regel für mich, die ich konsequenter durchsetze», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe ihm darum, einen besseren Umgang mit möglichen Problemen im Bad zu finden. Gefährliche Situationen hätten ihm als Alleinverantwortlichen klargemacht, dass er «dieses Risiko nicht mehr tragen will», sagte er. Am Mittwoch sei ein Treffen mit der Stadt geplant, in dem sich über praxisnahe Regelungen ausgetauscht werden soll.

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