24. August 2026 – dpa Nachrichten
Das milliardenschwere Chemie-Forschungszentrum CTC wird in Merseburg erstmals dauerhaft sichtbar. Die ersten Büros sind bezogen - und mit der Hochschule gibt es konkrete Pläne.
Das Chemie-Großforschungszentrum CTC hat seine ersten Büros auf dem Campus der Hochschule Merseburg eröffnet. Mit bis zu zehn Arbeitsplätzen ist das Center for the Transformation of Chemistry (CTC) damit erstmals dauerhaft an seinem künftigen Standort in Sachsen-Anhalt vertreten. «Von Merseburg werden künftig starke Impulse für den Umbau der fossil geprägten Chemieindustrie zur nachhaltigen, ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft ausgehen», sagte Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) bei der Eröffnung.
Die neuen Büros sollen vor allem den Austausch mit der Hochschule Merseburg erleichtern. Beide Seiten haben dafür eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Künftig wollen sie unter anderem gemeinsam Forschungsprojekte auf den Weg bringen, Drittmittel einwerben und den Austausch von Forschenden und Lehrenden ermöglichen. Die Zusammenarbeit soll zudem helfen, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Wirtschaft zu bringen und Fachkräfte auszubilden.
Die Büros sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zum dauerhaften CTC-Standort in Merseburg. Bis voraussichtlich 2031 soll auf dem Hochschulcampus ein eigenes Forschungsgebäude entstehen. Langfristig sollen dort rund 300 Menschen arbeiten. Ein Schwerpunkt soll ein hochautomatisiertes Pharma-Labor sein. Der Hauptsitz des CTC entsteht im nordsächsischen Delitzsch, wo unter anderem an der Vision eines vollständig recycelbaren Autos geforscht werden soll.
Bund, Sachsen und Sachsen-Anhalt fördern den Aufbau des Großforschungszentrums bis 2038 mit bis zu 1,1 Milliarden Euro. Bis zu 330 Millionen Euro davon fließen nach Sachsen-Anhalt. An den Standorten Merseburg und Delitzsch sollen bis 2038 insgesamt bis zu 1.000 Forschende arbeiten.
Viele Unternehmen der Chemiebranche stünden derzeit unter Druck, sagte Willingmann. Kurzfristig belasteten hohe Energiekosten die Unternehmen, langfristig müssten sie ihren Ausstoß von Treibhausgasen deutlich senken. «Es gilt jetzt, in Innovation zu investieren», sagte der Minister. Das CTC solle dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Chemieindustrie auf dem Weg zur Klimaneutralität zu sichern.