20. August 2026 – Radio Brocken

Konzert-Fotos

OMD begeistern auf der Peißnitzinsel in Halle

Knapp 4.000 Fans feiern zu den Hits von OMD auf der peißnitz in Halle.

OMD

Der Sommer verabschiedet sich langsam – und damit neigt sich auch die Open-Air-Konzertsaison auf der Peißnitzinsel in Halle (Saale) ihrem Ende entgegen. Doch bevor es dort wieder etwas ruhiger wird, sorgte am Mittwochabend eine echte Ikone der 80er- und 90er-Jahre noch einmal für ausgelassene Stimmung: Orchestral Manoeuvres in the Dark, besser bekannt als OMD.

Fotos: Nico Schimmelpfennig

Große Hits und jede Menge Synthpop

Aufgrund der großen Nachfrage und erfolgreicher Vorverkäufe wurde die Tour für den Sommer 2026 erweitert. Eine der Stationen: die Peißnitzinsel in Halle. Dort präsentierte die britische Band ein Programm voller großer Hits, darunter „Enola Gay“, „Maid of Orleans“, „Locomotion“ und „Sailing on the Seven Seas“.

Dazu gab es eine beeindruckende Lichtshow und ein Publikum, das bis zum letzten Song begeistert mitging. Wer bei OMD also nur an gemütliches 80er-Nostalgieprogramm gedacht hatte, dürfte schnell eines Besseren belehrt worden sein.

Über vier Jahrzehnte Musikgeschichte

Mit mehr als 40 Millionen verkauften Tonträgern und einer mittlerweile mehr als vier Jahrzehnte währenden Karriere gehören OMD zu den prägenden Pionieren des Synthpop und New Wave. Seit ihrer Gründung im Jahr 1978 im englischen Wirral verbindet die Band experimentelle elektronische Klänge mit eingängigen Popmelodien.

Und auch 2026 zeigt sich: Diese Musik hat nichts von ihrer Wirkung verloren.

Andy McCluskey: 67 Jahre – aber keine Spur von Ruhestand

Andy McCluskey (67) und Paul Humphreys (66) bewiesen gemeinsam mit ihren Bandkollegen Martin Cooper und Stuart Kershaw an diesem Abend eindrucksvoll, dass das Alter auf der Bühne offenbar nur eine Zahl ist.

Mit erstaunlicher Energie bewegten sie sich über die Open-Air-Bühne und interagierten mit dem Publikum – ganz so, als hätten sie elektronische Popmusik gerade erst für sich entdeckt. Von Altersmüdigkeit jedenfalls keine Spur.

Wenn das Publikum plötzlich zum Background-Chor wird

Die markanten Synthesizer-Sounds, eingängigen Melodien und oftmals melancholischen Arrangements sind längst Teil des kollektiven Musikgedächtnisses. Kaum ein Song, bei dem nicht irgendwo im Publikum mitgesungen, gewippt oder getanzt wurde.

Viele der Melodien dürften nahezu jedem schon einmal im Radio oder Fernsehen begegnet sein. Und spätestens beim ersten Ton von „Enola Gay“ war klar: OMD muss man nicht unbedingt jeden Tag hören – aber ihre Songs kennt man trotzdem.

Britischer Humor inklusive

Frontmann Andy McCluskey sorgte dabei nicht nur musikalisch für Stimmung. Immer wieder wandte er sich an das Publikum, erzählte kleine Anekdoten und streute sogar einige Brocken Deutsch ein. Sein typisch britischer Humor sorgte dabei für zusätzliche Sympathiepunkte.

So wurde aus dem Konzert schnell mehr als nur eine musikalische Zeitreise: McCluskey nahm das Publikum mit auf eine Reise durch mehr als 40 Jahre Bandgeschichte – und hatte dabei sichtlich Spaß.

Zeitlose Songs für einen besonderen Abend

Obwohl einige der Stücke bereits seit Jahrzehnten zum Repertoire von OMD gehören, haben sie live nichts von ihrer Strahlkraft verloren. Die Songs entfalten auch heute noch eine ganz besondere Atmosphäre: mal tanzbar und kraftvoll, mal nachdenklich und melancholisch.

Genau diese Mischung macht den Sound der Briten so zeitlos. OMD schaffen es, nostalgische Gefühle zu wecken, ohne dabei wie eine Band aus der Vergangenheit zu wirken.

Und dann kam doch noch der Regen

So wurde der Konzertabend auf der Peißnitzinsel zu einem gelungenen Spätsommerabend voller Nostalgie, Energie und vor allem: guter Musik.

Und auch der Wettergott zeigte sich zunächst von seiner gnädigen Seite. Erst zum Ende des Konzerts öffnete der Himmel seine Schleusen. Vielleicht war es aber auch einfach ein kleiner Abschiedsgruß an die Open-Air-Saison – denn die geht auf der Peißnitzinsel langsam, aber sicher ihrem Ende entgegen.


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