Die LutherMuseen stellen UNESCO-Welterbestätten in Mitteldeutschland vor.
Der Naumburger Dom ist eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler des europäischen Hochmittelalters, weltweit einzigartig sind seine Architektur, die Glasmalerei und die Bildhauerkunst. In der Reihe „Museum nach Feierabend“ der LutherMuseen wird die Welterbestätte am Donnerstag, 22. Oktober, um 18:30 Uhr im Museum „Luthers Sterbehaus“ vorgestellt. Referent ist Dr. Holger Kunde, Stiftungsdirektor der Vereinigten Domstiftern zu Merseburg und Naumburg sowie des Kollegiatstifts Zeitz.
Zum 30-jährigen UNESCO-Jubiläum der Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg präsentieren die LutherMuseen damit bereits zum vierten Mal eine weitere Welterbestätte aus Mitteldeutschland. Beschrieben wird in dem Vortrag auch der lange Weg bis zur Anerkennung des Welterbestatus für den Naumburger Dom 2018. Mehr als 20 Jahre dauerte das Verfahren zur Aufnahme des Doms in das UNESCO-Welterbe.
Darüber hinaus wird Holger Kunde auch über die Kontroverse zum Cranach-Triegel-Retabel ausführlich berichten. Der vom renommierten Künstlers Michael Triegel ergänzte Cranach-Altar aus der Lutherzeit musste nach seiner Aufstellung 2022 im Westchor des Naumburger Domes 2025 wieder entfernt werden – wegen einer möglichen Gefährdung des Welterbetitels.
Nach Ansicht der internationalen UNESCO-Experten hatte der Altar die einzigartige Zusammenschau der hochmittelalterlichen Werke der Architektur, Bildhauerei und Glasmalerei zu sehr beeinträchtigt, allen voran die Stifterfiguren rings um Uta von Naumburg. Vorübergehend ist der Altar derzeit in einer Kirche in Rom, nahe dem Petersdom, zu sehen.