Kultur

Zeitensprünge durch 30 Jahre Engagement für die Stadt

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Donnerstag
2. April 2026

Machtzentrum Quedlinburg im 10. Jahrhundert - Ausstellung zur Arbeit des Historienvereins

Im 10. und 11. Jahrhundert lag Quedlinburg mit Heinrich I. und seinem Sohn und Nachfolger Otto i. im Machtzentrum. Der Historienverein „Kaiserfrühling Quedlinburg“ stellt in seiner 30jährigen Vereinsgeschichte diese Zeit in Theaterszenen und Prozessionen nach. Viel beeindruckendes Bildmaterial ist zusammen gekommen und wird in einer Fotoausstellung präsentiert.

Am 1. April wird die Ausstellungseröffnung in der Kulturkirche St. Blasii zusammen mit dem Vereinsgeburtstag gefeiert. 17 Uhr begrüßen die Mitstreiter des Vereins die Gäste in ihren Gewandungen. Die aktuelle Inszenierung „Heinrichs letzte Entscheidung“ wird in Ausschnitten erlebbar werden. Außerdem erfahren die Anwesenden interessante Hintergründe zum Verein und deren Arbeit.

Die Ausstellung wird bis Ende Juni zu den Öffnungszeiten in der Kulturkirche zu sehen sein: Mittwochs bis Sonntags von 11.00 bis 16.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

„Kaiserfrühling Quedlinburg“ e.V. – was ist das?

In der Weltkulturerbestadt Quedlinburg wird Geschichte groß geschrieben. Seit nunmehr 30 Jahren engagiert sich der Verein „Kaiserfrühling Quedlinburg“, in seinen Historienspielen die Zeit des 10. Und 11. Jahrhunderts lebendig werden zu lassen. König Heinrich und Mathilde, Otto I. mit Editha und mit ihnen zahlreiche Persönlichkeiten dieser Epoche sind Mittelpunkt der Theaterstücke. Für diese wird akribisch in alten Quellen recherchiert, um so authentisch wie möglich die Inszienierungen zu gestalten. Der Spaß für die Darsteller und das Publikum darf dabei nicht zu kurz kommen und darum greift die Dramaturgie gern auch mal zu künstlerischen Freiheiten in der Gestaltung der Charaktere und deren Handlungen.

Gespielt wird zumeist am legendären Finkenherd. Hier, am späteren Schlossberg gelegen, soll Herzog Heinrich die Königswürde angetragen bekommen haben. Nun ist es sozusagen das Wohnzimmer des Vereins. Auf dem altertümlichen Pflaster bleiben Touristen erstaunt stehen, wenn sich vor ihnen die Königstafel auftut, Schwertkämpfer die Klinge kreuzen, Wachen patrollieren und sich der Hoftstaat versammelt. Etwa 30 Minuten ist dieser Fleck dann verzaubert in eine andere Zeit.

Bis zu 25 engagierte Mitspielerinnen und Mitspieler gehören zu der „bunten Truppe“ – nicht alles Vereinsmitglieder, aber dabei sein ist alles. Die Gemeinschaft ist eine eingeschworene Gruppe, zu der ganz selbstverständlich auch Betreute der Lebenshilfe gehören. Seit sieben Jahren sind sie aktiv in allen Bereichen – ob in der Vor- und Nachbereitung der Stücke, beim Fechttraining oder selbst als Sprechrolle. Ganz normal eben. Und jeder nach seinen Möglichkeiten – wie im wahren Leben auch.

Die Stadt Quedlinburg liebt und unterstützt ihren Verein, der einfach zur Stadt dazu gehört. So gab es 2025 die Auszeichnung der Ehrenamtsplakette und nach finanziellen Möglichkeiten auch Unterstützung. Aber auch kostenfreie Genehmigungen und Nutzugsmöglichkeiten, wie zu Veranstaltungen in der Kulturkirche St. Blasii. Das Engagement wird anerkannt und gefördert.

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