Corona

Schnelltest für Zuhause?

Das Bundesgesundheitsministerium sendet positive Signale für die Eigenprüfung auf das Coronavirus. Die Hersteller streben nun eine zügige Zulassung an.

Seit einigen Wochen sind die Schnelltests bei uns zugelassen. Diese werden allerdings nicht an private Haushalte ausgegeben bzw. sind dafür käuflich erwerbbar. Noch nicht! Denn das Bundesgesundheitsministerium setzt in Zukunft auch darauf, dass sich die Bürger auch selbst auf das Coronavirus testen können. Dafür soll es bald entsprechende Selbsttests in Apotheken geben.

Doch wie soll das Ganze funktionieren?

Um welche Tests geht es?

Dabei geht es um zugelassene Antigen-Schnelltests. Die Methode entspricht derjenigen der bisherigen Schnelltests: Anhand bestimmter Virusproteine wird über einen Teststreifen eine Infektion nachgewiesen. Dazu braucht man einen Abstrich aus der Nase oder Speichel.

Was ist dann das Neue?

Mit den bisherigen Schnelltests musste man mit einem langen Stäbchen tief in die Nase oder in den Rachen. Was für viele recht unangenehm ist. Außerdem dürfen diese Tests nicht an Privatpersonen verkauft werden und eine Durchführung sollte ausschließlich von geschultem Personal erfolgen.
Bei den neuen Schnelltests soll es viel einfacher sein. Im Gespräch sind verschiedene Produkte, zum Beispiel Gurgel- und Spucktests (wie in Österreich bereits praktiziert) oder auch Tests, bei denen Abstriche in der Nase viel weiter vorn entnommen werden können.

Wie aussagekräftig sind die Tests?

Das hat die Berliner Charité zusammen mit der Uniklinik Heidelberg im letzten Herbst untersucht. 150 Verdachtspatienten probierten einen noch nicht auf dem Markt erhältlichen Selbsttest aus, der in der Handhabung einfacher ist und selber durchgeführt werden kann. Danach wurde ein Test mit tiefem Nasenabstrich durch eine professionelle Fachkraft durchgeführt. Das Ergebnis überraschte positiv: 33 von 40 Infizierten wurden bei dem Selbsttest erkannt, bei dem Einsatz des Tests durch das Fachpersonal waren es 34.

Wann gibt es diese Test in Deutschland?

Das kann noch dauern. Denn in Deutschland müssen Eigentests - wie zum Beispiel auch Blutzuckertests für Diabetiker - ein spezielles Prüfverfahren mit Hilfe des TÜV oder der Dekra durchlaufen. Das soll garantieren, dass sie für Laien leicht anwendbar sind. Sei es nun von der Verständlichkeit der Verpackungsbeilage oder von den Materialien her. Außerdem muss die Ergebnisqualität unter diesen Anwendungsbedingungen sichergestellt sein. Die Tests müssen also aussagekräftig sein.

Das Ministerium will den Weg für die Selbsttests frei machen, deshalb könnten die Unternehmen nun mit Hochdruck an der Zulassung solcher Tests arbeiten. Bis es aber mit den Tests soweit ist, können noch ein paar Wochen vergehen. Denkbar ist, dass neben den Gurgeltests auch die jetzigen Schnelltests mit den langen Stäbchen eine Zulassung für den Privatgebrauch bekommen könnten.

Wie viel Sicherheit könnten die Selbsttests geben?

Experten weisen auch bei den herkömmlichen Schnelltests darauf hin, dass sie immer nur eine Momentaufnahme sind und vor allem bei Menschen mit hoher "Viruslast" gut anschlagen. Ein negativer Test muss nicht heißen, dass man das Virus nicht schon in sich trägt. Daher sollte nach jedem positiven Test zu Hause, ein sofortiger Anruf beim Hausarzt oder Gesundheitsamt erfolgen. Denn nur ein PCR-Test vom Labor kann das Ergebnis des Schnelltests sicher bestätigen und damit das Infektionsgeschehen präzise abbilden.


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