16. Dezember 2020 – Radio Brocken

Lockdown auch für Sachsen-Anhalt: Was trotzdem noch geht

Die Corona-Infektionszahlen sind deutschlandweit zu hoch. Deshalb geht das Land jetzt in den Lockdown. Geschäfte sind zu, in Schulen und Kitas ist es deutlich ruhiger, Restaurant und Kultureinrichtungen sind längst zu. Was bleibt?

Ein Mitarbeiter hält ein Teströhrchen in den Händen.
Ein Mitarbeiter hält ein Teströhrchen in den Händen. , Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

Magdeburg (dpa/sa) - Aus dem Teil-Lockdown ist ein Lockdown geworden: In Sachsen-Anhalt wurden, wie auch bundesweit, an diesem Mittwoch weitere Teile des öffentlichen Lebens heruntergefahren. Punkt Mitternacht trat die neunte Eindämmungsverordnung des Landes in Kraft. Danach bleiben bis zum 10. Januar Geschäfte, Friseursalons und Kosmetikstudios geschlossen. Die Kitas sind in den Notbetrieb gewechselt, in den Schulen stehen dreiwöchige Ferien an. Geschlossen sind Theater, Museen und andere Kultureinrichtungen sowie Sportanlagen. Restaurants dürfen weiterhin nur Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten. Ziel ist, die Verbreitung des Coronavirus soweit in den Griff zu bekommen, dass das Gesundheitssystem nicht überfordert wird.

Was dennoch alles geht und erlaubt ist:

MENSCHEN TREFFEN: Der Grundsatz im Lockdown heißt: Kontakte möglichst herunterfahren, um dem Coronavirus wenig Chance auf Verbreitung zu bieten. Einsam muss aber niemand sein, denn es gilt weiter die Fünfer-Regel. Jeder darf sich mit bis zu vier weiteren Menschen treffen, die auch aus unterschiedlichen Haushalten stammen können. Kinder bis 14 Jahre, die mit einer dieser Personen verwandt sind oder im gleichen Haushalt leben, werden dabei nicht mitgezählt.

VORFREUDE: An Weihnachten werden die Kontakt-Regelungen für drei Tage etwas gelockert. Vom 24. bis 26. Dezember darf eine Kernfamilie aus etwa Mutter, Vater und Kindern bis zu vier Verwandte oder Freunde aus bis zu zwei weiteren Hausständen einladen. Auch dort werden Kinder unter 14 Jahren nicht eingerechnet, wenn sie mit jemandem aus diesem Kreis verwandt sind oder zusammenleben.

RAUS AN DIE LUFT: Es gibt in Sachsen-Anhalt, anders als etwa in Sachsen, keine generellen Ausgangsbeschränkungen. Bummeln, Spazierengehen und Individualsport draußen sind rund um die Uhr möglich. Allerdings können die Landkreise und kreisfreien Städte anderes festlegen. So gelten im Landkreis Wittenberg aufgrund des hohen Infektionsgeschehens nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Abwechslung bieten die Zoos, Tierparks und botanischen Gärten, die in Sachsen-Anhalt öffnen dürfen. Tierhäuser und Streichelgehege müssen aber geschlossen bleiben. Der Bergzoo Halle hat seine Pforten allerdings zum Schutz vor dem Coronavirus und aus Sorge vor einem großen Andrang bis zum 10. Januar geschlossen.

Es gibt aber auch kleine Highlights: Das Magdeburger Puppentheater etwa bespielt bis zum 22. Dezember täglich außer montags zwischen 16.00 und 18.00 Uhr eine Art Kulturschaufenster und will Vorübergehende so überraschen und erfreuen.

EINKAUFEN: Der Einzelhandel bleibt bis zum 10. Januar in weiten Bereichen geschlossen. Lebensmittel einkaufen - ob im Supermarkt, beim Direktvermarkter oder auf dem Wochenmarkt - geht weiter uneingeschränkt. Mit Abstand, Mund-Nasen-Schutz und Hygiene. Auch Abhol- und Lieferdienste sind weiter gestattet. Offen bleiben zudem Getränkemärkte, der Weihnachtsbaumverkauf, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Fahrradgeschäfte mit Werkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte und der Großhandel. Wem noch ein Weihnachtsgeschenk fehlt: Buchhandlungen sind für ihre Kunden da.

KULTUR AUS DER FERNE: Theater, Konzerthäuser, Museen und andere Kultureinrichtungen sind seit November geschlossen und bleiben es auch weiterhin. Viele Kunstschaffende übertragen Konzerte und Aufführungen für Zuschauerinnen und Zuschauer auf dem Sofa. Da heißt es: Augen auf in den Sozialen Medien. Die Magdeburgische Philharmonie etwa bietet Kammermusik-Liebhabern am Donnerstag um 19.00 Uhr ein Programm zum Beethoven-Jahr. Das Konzert wird live gestreamt vom Offenen Kanal Magdeburg und kann danach auch als Video auf der Homepage des Theaters Magdeburg angesehen werden. Das Theater setzt an diesem Samstag auch seine Telefonaktion «Bei Anruf: Kunst!» fort. Interessierte können an der Theaterkasse einen Zeit-Slot von zehn Minuten buchen und sich zwischen 18.00 und 20.00 Uhr von Sängern oder Schauspielerinnen anrufen lassen.

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