16. April 2021 – Radio Brocken

Zwei Hotels öffnen als Modellprojekt: Inzidenz-Wert über 200

Die Corona-Infektionszahlen sind hoch. Trotzdem startet ein touristisches Modellprojekt. Die ersten Gäste reisten an.

Magdeburg/Stolberg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt sind die ersten Hotelgäste eines Modellprojekts für Öffungen in Coronazeiten angereist. Dies teilte eine Hotelsprecherin in Stolberg im Landkreis Mansfeld-Südharz am Freitag mit. Zwei Hotels nehmen nach Angaben Sachsen-Anhalts an dem Projekt teil, das eine Öffnung für die nächsten vier Wochen vorsieht.

Unterdessen wurden in Sachsen-Anhalt binnen eines Tages 699 neue Corona-Infektionsfälle gemeldet, wie das Sozialministerium am Freitag mitteilte. Damit liege die aktuelle Fallzahl bei 82 620 im Land. Weitere neun Menschen seien im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, insgesamt 2938 Menschen seit Ausbruch der Pandemie.

In den Krankenhäusern des Landes werden auf den Intensivstationen dem Ministerium zufolge aktuell 139 Covid-19-Patienten behandelt. Davon müssen 69 Menschen beatmet werden. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von einer Woche (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitag (13.43 Uhr) in Sachsen-Anhalt nach Angaben des Ministeriums bei 204,35, nach 201,09 am Donnerstag und 148,85 vor einer Woche.

Das Infektionsgeschehen ist regional weiter unterschiedlich. Am stärksten betroffen ist der Burgenlandkreis mit einem Inzidenz-Wert von 379,66 (Freitag). Den niedrigsten Wert hatte der Landkreis Anhalt-Bitterfeld mit 83,29. In der Region Mansfeld-Südharz, wo sich die Hotels des Modellprojekts befinden, lag die Inzidenz bei 228,25.

Sachsen-Anhalts Landesregierung hatte die Möglichkeit von Modellprojekten mit versuchsweisen Öffnungen in ihrer Corona-Landesverordnung geschaffen. Im Zuge der Verlängerung der Verordnung um drei Wochen sollten neue Modellprojekte nicht mehr genehmigt werden, hatte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) mitgeteilt.

Nach Angaben der Hotelgruppe gilt für die Häuser ein striktes Sicherheits- und Hygienekonzept. Die beiden Hotels des Modellprojekts dürfen nur maximal zu 50 Prozent ausgelastet sein. Restaurants, Wellness- und Fitnessbereiche seien für die Gäste nutzbar. Es gebe ein stringentes Coronavirus-Test-Prozedere. So müssen Gäste vor Betreten der Hotels einen tagesaktuellen PCR-Test vorlegen, von einem Testzentrum oder einer Apotheke, die auf das Corona-Virus testet. Während ihres Aufenthalts in den Hotels würden sie und die Mitarbeiter regelmäßig getestet. Das Modellprojekt wird der Hotelkette zufolge von der Universitätsklinik Magdeburg begleitet.

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