Marcel Fischer Kay Franz Tandem-Brandungsangeln Sachsen Anhalts Beste

Gold-Fische

35 Grad im Schatten, der Wind peitscht die Wellen an der Südafrikanischen Küste auf und mitten in der Brandung stehen Kay Franz und Marcel Fischer. Behutsam schmeißen die beiden Mitglieder des Anglerverein Wippertal an einem Tag im Februar 2019 die Route aus.

Normalerweise trainieren sie am Süßen See. Doch für die Weltangel-Spiele sind sie extra schon vor dem Wettkampf nach Südafrika geflogen, um unter den realen Gegebenheiten das Tandem-Brandungsangeln zu trainieren.

Bei den Sport Fishing World Games treten 2019 neun Nationen in der Tandem-Disziplin an. Jede Nation hat drei Anglerpaare, denen jeweils ein Sektor zugelost wird. In diesen Sektoren wird für vier Stunden an vier Tagen geangelt. Für die Größe der gefangenen Fische gibt es Punkte. Die Punkte der Tandems einer Nation werden zusammen gezählt. Das Team, das die beste Punktzahl erreicht, gewinnt.

Am Ende stehen Kay Franz, der ansonsten für die Handelskammer arbeitet, und Marcel Fischer, im wahren Leben Polizist, ganz oben auf dem Treppchen. Ein "Wahnsinns-Moment" ist es gewesen, als die anderen Teams bei der Medaillenvergabe für sie geklatscht haben.

Hoher Fels, wildes Wasser, großer Sport

Anne Bader steht auf einer Klippe. 20 Meter geht es senkrecht hinunter. Sie reckt die Arme in die Höhe, stellt sich auf die Zehenspitzen, holt Schwung und springt. 5 Sekunden, einige Saltos und Schrauben später taucht sie wieder aus dem Wasser auf.

Was so spektakulär aussieht, ist nur durch jahrelanges Training möglich. Schon als Kind war Anne Bader Kunstturnerin, wechselte mit 13 zum Turmspringen und mit Anfang 20 sprang sie das erste Mal von der Klippe. Die Felsen über dem wilden Wasser haben ihr es seither angetan.

Beim SV Halle e.V. trainiert sie die Sprünge am Anfang von weiter unten. Erst müssen die Figuren so intensiv verinnerlicht sein, bis man nicht mehr denkt und jede Bewegung automatisiert abläuft. Zu dem körperlichen Übungen gehört aber auch mentales Training, um Angst zu kontrollieren. Dabei helfen die Visualisierung des Sprunges, Mediation und Yoga.

Mit dieser Mischung konnte Anne Bader bereits acht Mal Europameisterin werden und 2013 die Bronzemedallie bei der ersten Weltmeisterschaft im High Diving in Barcelona gewinnen.

Momentan hüpft sie aber nicht so häufig von den Klippen. Sie ist vor kurzem zum zweiten Mal Mutter geworden und noch in der Babypause. Aber danach wird sie bestimmt wieder ihre Füße nass machen.

Ein kleiner Schritt für Sachsen-Anhalt, ein großer für die Menschheit

Kein Internet, kein Telefon, kein Kontakt zur Außenwelt? Klingt erstmal nach einem Seminar für gestresste Manager. Dazu kommen aber noch gefriergetrocknete Nahrung und Duschen nur 8 Minuten pro Woche und das alles ein ganzes Jahr lang. Dies hat die aus Bitterfeld stammende Geophysikerin und Ingenieurin Christina Heinicke 2015 im Namen der Wissenschaft freiwillig gemacht.

Mit fünf weiteren Menschen lebte sie 365 Tage in einer Kuppel von 11 Metern Durchmesser in einer Vulkanlandschaft auf Hawaii. Mit dem Experiment wollte die NASA herausfinden, wie eine Mission zum Mars aussehen könnte. Dabei ging es sowohl um gruppendynamische Prozesse, als auch darum, wie aus „Marsgestein“ Wasser gewonnen werden kann. Das Gestein am Vulkan auf Hawaii ist ähnlich zu dem auf dem Mars.


Seit 2017 forscht Christina Heinicke am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (Zarm) in Bremen. Sie arbeitet an dem Projekt MaMBA (Moon und Mars Base Analog). Das Ziel: Wohnraum zu konzipieren, der langfristig in der Lage ist auf Mond und Mars zu stehen und einsatzbereit zu sein.

Christiane Heinicke 2.jpg

Unter anderem wird untersucht, welches Material und welche Form sich für solche Gebäude auf anderen Himmelskörpern am besten eignen. Außerdem wird erforscht, wie man Arbeitsraum und Wohnraum kombinieren kann, wenn man auf engstem Raum lebt.