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Prof. Dr. Rüdiger Lessig

Der Gerichtsmediziner von der Uni Halle ist in der Identifizierungskommission beim BKA tätig und hat schon mehrfach für Interpol gearbeitet.

Zur Person

Dem gebürtigen Leipziger (geb. 1958) wurde die Zahnmedizin durch seine Familie schon mit in die Wiege gelegt. Er studierte in Wolgograd Zahmedizin und später dann in Leipzig Humanmedizin. Seit 1981 arbeitete Rüdiger Lessig am Institut für Gerichtliche Medizin der Universität Leipzig, promovierte an der Universität und erlangte 1987 seine Anerkennung als Facharzt für gerichtliche Medizin. Im Jahr 2000 wurde er zum Oberarzt und ein Jahr später zum stellvertretenden Direktor der Einrichtung ernannt. Seit 2010 ist er Direktor im Institut für Rechtsmedizin an der Uni Halle. Zudem ist er stellvertretender Vorsitzender der Interpol-Untergruppe „Forensic Odontology“.

Seine jahrelangen Erfahrungen auf dem Gebiet der Identifizierung aufgrund des Gebisszustandes von Todesopfern (das menschliche Gebiss ist so individuell wie ein Fingerabdruck), führten nicht nur zur Mitgliedschaft in der Identifizierungskommission des Bundeskriminalamtes (BKA), sondern auch zu einem insgesamt mehrmonatigen Einsatz nach der Tsunami-Katastrophe in Asien 2004. Aufgrund seines speziellen Fachwissens unterstützt er auch Interpol bei Einsätzen vor Ort.

Er ist einer der wenigen Mediziner in Deutschland, der sich neben Zahnmedizin, noch mit Rechtsmedizin und DNA-Analyse beschäftigt.

Die Fälle:

  • hat schon schon Personen im ca. 4-stelligen Bereich identifiziert
  • sein erster Fall: 1982/83 Busunglück in Leipzig –> alle Opfer konnten identifiziert werden
  • Zugunglück Hordorf 2011: Polizeibehörde hat BKA angefragt, ob er die Identifizierungskommission unterstützen kann -> konnten über Nacht alle Menschen identifizieren

Einsätze für Interpol:

  • Interpol fordert BKA an, von dort erhält er seine Aufträge
  • mehrmonatiger Einsatz nach dem verheerende Tsunami 2004 in Thailand
  • war 2015 in Nepal für 1 Woche vor Ort nach dem großen Erdbeben
  • Identifizierung läuft immer vor Ort ab

Ohne die Unterstützung seiner Familie als auch die von der Uniklinik, wären diese Einsätze nicht möglich. Meistens handelt es sich um sehr kurzfristige Einsatztermine, so wie am 29.12.2004 bei der Tsunami-Katastrophe in Thailand: Anruf am 29.12. und am nächsten Morgen um 10 Uhr musste er schon in München am Flughafen sein. Somit fiel sein Familienurlaub auf Rügen flach. Um so kurzfristig auf Termine reagieren zu können, liegt ein gepackter Seesack mit seinen Sachen und Namen beim BKA und wartet auf den nächsten Einsatz.