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 (Foto: Rene Grycner - Fotolia)

Für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit sind aktuell 720 Euro steuerfrei. Diese können Sie in Ihrer Steuererklärung geltend machen.

Finanzminister Schröder will Ehrenamtler bei der Steuer künftig noch mehr entlasten. Die sollen von ihrem Einkommen pauschal 840 Euro zusätzlich steuerfrei bekommen - bislang sind es nur 720 Euro. Außerdem sollen sich Spenden für soziale oder gemeinnützige Organisationen richtig lohnen. Auch hier will Schröder, dass das Finanzamt den Spendern mehr entgegen kommt. Hier bei uns im Land engagieren sich 800.000 Menschen ehrenamtlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn Sie irgendwo freiwillig mitarbeiten und dafür eine Entschädigung bekommen, dürfen Sie durch die Ehrenamtspauschale 720 Euro im Jahr steuerfrei annehmen.
  • Sofern Sie nicht mehr als ein Drittel der Zeit, die Sie für Ihren Hauptberuf aufwenden, im Ehrenamt tätig sind, können Sie es als nebenberufliche Tätigkeit geltend machen. Das gilt auch für nicht-steuerrechtliche Hauptberufe wie Hausfrau oder Student.
  • Begünstigt sind Tätigkeiten im ideellen Bereich, etwa in einem Altenheim, nicht aber im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, zum Beispiel als aktiver Sportler.
  • Anspruch auf den Ehrenamtsfreibetrag haben Sie nur, wenn Sie bei einer öffentlich-rechtlichen oder gemeinnützigen Körperschaft arbeiten, die im mildtätigen, ideellen oder kirchlichen Bereich angesiedelt ist.

So gehen Sie vor

  • Die Ehrenamtspauschale können Sie im Rahmen einer Steuererklärung in Anspruch nehmen.
  • Falls Sie nicht anderweitig als Arbeitnehmer tätig sind, könnten Sie die 720 Euro Ehrenamtspauschale mit dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro kombinieren und so insgesamt bis zu 1.720 Euro steuerfrei einnehmen.
  • Sie können Aufwendungen, die durch die ehrenamtliche Tätigkeit entstanden sind, als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen.
  • Übersteigen diese Ihre steuerfreien Einnahmen, können Sie einen Verlust geltend machen. Dieser wird mit anderen Einkünften verrechnet, sodass Sie weniger Steuern zahlen müssen.
  • Profitieren Sie für Ihre Tätigkeit bereits vom Übungsleiterfreibetrag, können Sie nicht noch zusätzlich die Vorteile der Ehrenamtspauschale nutzen. Für unterschiedliche Aktivitäten sind jedoch beide Freibeträge möglich.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Die Regelungen zur Ehrenamtspauschale finden Sie in Paragraf 3 Nummer 26a des Einkommensteuergesetzes (EStG).

Der Freibetrag von 720 Euro ist ein Jahresbetrag. Er ist daher nicht zeitanteilig aufzuteilen, wenn Sie die begünstigte Tätigkeit nur wenige Monate ausüben. Der Freibetrag wird allerdings auch dann nur einmal gewährt, wenn Sie mehrere begünstigte Tätigkeiten ausüben.

  • Nebenberufliche Tätigkeit - Ihr Ehrenamt gilt als nebenberufliche Tätigkeit, wenn Sie dafür im Kalenderjahr nicht mehr als ein Drittel der Zeit aufwenden, die Sie für Ihren Hauptberuf verwenden. Dieser Hauptberuf muss keine bezahlte Arbeit im steuerrechtlichen Sinne sein. Das heißt, Sie können eine nebenberufliche Tätigkeit ausüben auch als Hausfrau/Hausmann, Rentner, Student oder Arbeitsloser.
  • Begünstigte Tätigkeiten - Im Gegensatz zum Übungsleiterfreibetraggibt es beim Ehrenamtsfreibetrag keine Vorgabe, welche Tätigkeit begünstigt ist. Einzige Voraussetzung ist, dass Sie Ihr Ehrenamt im ideellen Bereich, also in der Vereinsarbeit, oder in einem Zweckbetrieb ausüben. Das sind zum Beispiel Alten- und Pflegeheime, Mahlzeitendienste, Religionsgemeinschaften, Jugendherbergen oder Werkstätten für behinderte Menschen. Die genaue Definition für Zweckbetriebe finden Sie in den Paragrafen 65 bis 68 der Abgabenordnung (AO).

Tätigkeiten im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb sind nicht begünstigt. Ebenso ausgenommen vom Ehrenamtsfreibetrag sind aktive Sportler.

Wo in der Steuererklärung sind die Einkünfte einzutragen?

Die Ehrenamtspauschale ist im Gesetz keiner bestimmten Einkunftsart zugeordnet. Daher gehört sie in Ihrer Steuererklärung dorthin, wo Sie auch Ihre Einnahmen aus dem Hauptberuf eintragen.