Vari Goslar.jpg

Heftige Böen, Stark­regen, Schnee­massen, Lawinen: Da fragen sich Haus­besitzer: Wer kommt für mögliche Schäden auf?
Welche Versicherungen brauchen Haus­besitzer und Mieter, wer zahlt, wenn abge­brochene Äste aufs Auto fallen – und welche Ansprüche Bahn­kunden haben, wenn ihr Zug ausfällt?
Hier eine Übersicht, wer im Falle eines Schadens einspringt.

Schäden am Gebäude

Wohn­gebäude­versicherung. Sie ist für Schäden am Haus zuständig. Geld vom Versicherer gibt es aber erst, wenn ein Sturm mindestens Wind­stärke acht erreicht. Voraus­setzung ist, dass der Kunde Schäden durch Sturm und Hagel in die Police aufgenommen hat. Welche Sturmstärke erreicht wurde, ­­­­­erfährt man von der Wettstation in der betroffenen Gegend. Die Versicherer ersetzen beispiels­weise die Kosten für abge­deckte Dächer, abge­knickte Schorn­steine oder Schäden am Haus durch umge­stürzte Bäume. Neben­gebäude wie Garten­haus oder Garage auf dem gleichen Grund­stück sind ebenfalls versichert, wenn sie in der Police vermerkt sind.

Elementarschaden-Zusatz­versicherung. Diese Police wird immer wichtiger. Denn Wetter­experten gehen davon aus, dass schwere Unwetter zunehmen. Der Schutz gilt vor allem bei Schäden durch Über­schwemmungen, Erdrutsch, Lawinen, Erdbeben. Vor allem Stark­regen können über­all nieder­gehen. Die Police wird als Ergän­zung zur Gebäude­versicherung und zur Hausrat­versicherung angeboten. Leider bekommen Haus­besitzer, die in den vergangenen Jahren fünf oder zehn Jahren einen solchen Schaden hatten, oft keinen Vertrag. Da lohnt sich oft ein Vergleich und Versicherungswechsel.

->Wichtig: Wenn etwas passiert ist, muss der Haus­besitzer sich kümmern. Ihn trifft die so genannte Schaden­minderungs­pflicht. In der Praxis heißt das zum Beispiel, dass er ein vom Sturm einge­drücktes Fenster oder ein durch herunter­gewehte Ziegel entstandenes Loch im Dach – soweit gefahr­los möglich – mit einer Plane abdecken muss, damit nicht noch mehr Regen­wasser eindringt.

Schäden an der Wohnungs­einrichtung

Hausrat­versicherung. Hat ein Unwetter auch im Haus gewütet, zum Beispiel weil ein Sturm das Dach abge­deckt hat, ersetzt die Hausrat­versicherung Schäden an der Einrichtung. Allerdings: Wenn der Kunde einfach nur vergessen hat, die Fenster zu schließen und ein Regenguss Teppiche und Möbel beschädigt hat, gibt es kein Geld. Wohl aber, wenn ein Blitz ins Haus einschlägt und elektrische Geräte lahmlegt. Bei Kurz­schluss- oder Über­spannungs­schäden durch Blitz­einschlag in eine Über­land­leitung ist die Sache allerdings nicht so klar: Über­spannungs­schäden sind nicht in jedem Vertrag versichert, können aber einge­schlossen werden.

Schäden an Fahr­zeugen

Voll­kasko­versicherung. Sturm­schäden an Autos und Motorrädern begleicht die Teilkasko – wobei mindestens Wind­stärke acht die Voraus­setzung ist. Besser haben es Auto­fahrer mit einer Voll­kasko­versicherung: Hier sind auch wind­bedingte Schäden unter Wind­stärke 8 mitversichert. Der Versicherer ersetzt bei Teil- wie Voll­kasko auch Schäden durch herum­fliegende Gegen­stände wie Ziegel oder Äste. Wer allerdings wegen des Sturms einen Unfall verursacht, braucht schon eine Kfz-Voll­kasko, um den Schaden ersetzt zu bekommen. Bei Voll- und Teilkasko­versicherung müssen Betroffene Schäden bis zu der gewählten Höhe ihrer Selbst­beteiligung selbst tragen. Ein Rück­stufung nach einem Schaden gibt es in der Teilkasko nicht, wohl aber in der Voll­kasko.

Wann die Haft­pflicht einspringt

Haft­pflicht­versicherung. Teuer kann ein Sturm nicht nur für Immobilien­eigentümer oder Auto­besitzer werden. Auch Mieter riskieren Kopf und Kragen, wenn sie keine Haft­pflicht­versicherung haben. Schon ein vom Balkon gewehter Blumentopf kann einen Fußgänger treffen. Wenn der dann lebens­lange Schäden erleidet, kann das zum finanziellen Ruin führen. Denn dem Geschädigten steht Schaden­ersatz zu. Die Haft­pflicht­versicherung greift auch, wenn Dachziegel zum Beispiel auf ein geparktes Auto fallen und der Besitzer Schaden­ersatz verlangt.
Haftende Grundstückseigentümer: Wenn Dachziegel, Äste oder Bäume von einem Grund­stück aufs Auto fallen, kann sich der Auto­besitzer aber zunächst an den Grund­stücks­eigentümer wenden. Dieser muss aber nur Schaden­ersatz zahlen, wenn ihn auch eine Schuld trifft. Das heißt, er muss seine „Verkehrs­sicherungs­pflicht“ verletzt haben.

Pflicht zur Meldung

Generell gilt: Schäden sind der Versicherung unver­züglich zu melden. Das heißt: ohne schuldhafte Verzögerung, am besten schon am nächsten Tag. Betroffene sollten bei ihrem Versicherer anrufen oder eine E-Mail schi­cken. Beim ersten Anruf müssen sie meist noch keine genauen Angaben zu den Schäden machen.

Bahn­kunden: Anspruch auf Entschädigung

Eisenbahn­unternehmen müssen ihren Kunden bei Verspätungen auch dann Fahr­preise teil­weise erstatten, wenn das Problem auf höhere Gewalt zurück­geht, wie Unwetter oder Erdrutsche. Reisende haben je nach Verspätung Anspruch auf eine anteilige Erstattung des Fahr­preises von bis zu 50 Prozent.