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Wild parken kann teuer werden

32,5 Milliarden Kilometer werden jährlich auf deutschen Straßen geschrubbt. Allein auf der A2, A9 und A14 sind das fast 176 tausend Fahrzeuge am Tag und davon 45 tausend Laster. Termindruck, Lenk- und Ruhezeiten und Staus belasten die Fahrer und die Taschen der Speditionen. Ausbaden müssen es die LKW-Fahrer, die am Abend eine Pause suchen. Meist erfolglos: „Schon ab 15.30 Uhr ist meist nichts zu finden,“ weiß LKW-Fahrer Patrick. Für ihn beginnt allabendlich der Kampf um die besten Plätze. Wer nichts findet, der parkt „wild“.

Polizei kämpft um Verständnis

„Dies ist für uns ein Problem,“ so Polizeioberkommissarin Doreen Günter von der Bundesautobahnpolizei Börde. „Teilweise stehen die Fahrer in den Zu- oder Abfahrten zu den Rastplätzen. Das gefährdet nicht nur sie, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer.“ Sie kann die Probleme der Fahrer verstehen: Der Termindruck ist hoch, die Möglichkeiten zu geringen und in der Patsche sitzt am Ende der Fahrer selbst. „Aber der Seitenstreifen ist kein Parkplatz. Wer hier parkt, für den wird es teuer. Ab 70 Euro kostet das widerrechtliche Abstellen des Fahrzeuges.“ Hinzu kommt: Wer gefährdet, der wird mehr zu Kasse gebeten und kassiert Punkte in Flensburg. Im schlimmsten Fall geht es vor den Staatsanwalt. „Im Falle eines Unfalles reden wir von einem Straftatbestand. Gefährliche Körperverletzung steht dann im Raum. Mit empfindlichen Strafen für die Fahrer.“

Das Land kann nur wenig tun

Damit sich die Lage entspannt, hoffen die Kraftfahrer auf neue Parkplätze, doch diese fallen nicht vom Himmel: „Wir müssen zunächst planen, dann wird Land angekauft das auch nicht unendlich zur Verfügung steht und letztendlich muss gebaut werden. Hier ist die Lage ebenfalls angespannt. Die Auftragsbücher sind voll, Projekte können sich hinziehen,“ so Andreas Tempelhof, Sprecher des Verkehrsministeriums. Und der Bedarf ist immens: Fast 700 Parkplätze, so schätzt das Ministerium, fehlen aktuell entlang der Autobahnen. Diese Zahl ergibt sich aus den gemeldeten Verstößen der Polizei. „Wir haben aktuell bis 2022 rund 270 zusätzliche Parkmöglichkeiten in Planung. Über private Anbieter kommen noch einmal potentiell 400 hinzu.“

LKW-Fahrern bleibt nur Geduld

„Oft würde ein Ausweichen auf die Autohöfe oder kostenpflichtige Parkplätze schon eine Entlastung bringen. Die Fahrer scheuen jedoch die Kosten. Aber auch die PKW –Fahrer können helfen. Wenn diese statt der Parkmöglichkeiten auf den Autobahnen auf die Autohöfe weichen, ist mehr Platz für die Kraftfahrer,“ so Polizeioberkommissarin Günter. Ab 2021 wird Sachsen-Anhalt übrigens das Problem los: Eine neue Bundesweite Straßenbaubehörde, mit Verwaltungssitz in Halle, übernimmt dann die Aufgaben der Länder. Diese ist dann auch für den Neubau der Parkplätze verantwortlich.

Gründe für Parkplatzmangel für LKW:

  • Immer mehr LKW sind auf den Autobahnen unterwegs
  • Fahrzeuge pro Tag auf A2, A9 und A14 zusammen 176.000 - jedes vierte Fahrzeug ist ein LKW

Fakten zum Parkplatzmangel für LKW:

  • Falschparker gefährden nicht nur sich, sondern auch unbeteiligte Dritte
  • LKW häufig ohne Licht, ohne Sicherung in Zu- oder Ausfahrten abgestellt
  • Polizei bittet darum, dass Autofahrer nach Möglichkeit die Parkplätze für die LKW-Fahrer freihalten und auf Autohöfe ausweichen

Zahlen zum Parkplatzmangel für LKW:

  • Insgesamt: 2.840 LKW Stellplätze in Sachsen-Anhalt, davon 1.640 kostenfrei
  • Benötigt werden ca. 700-750 weitere LKW-Parkplätze
  • Bis 2021 sollen aber nur 270 neue Parkplätze für LKW entstehen: Dieses Jahr z.B. noch auf A14 (Plötzetal - 54 Stück, Sülzegrund: 41 Stück) sowie auf der A2 (Wüstenforst) und A9 (Osterfeld).
  • Seit 2015 haben sich die Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen falsch parkende LKW fast verdoppelt
  • 83 Unfälle durch falsch parkende LKW im Jahr 2017
  • Falschparken/Halten beginnt hier ab 70 Euro