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Wer einen Autoführerschein der Klasse B besitzt, soll künftig ebenfalls mal eben auf ein leichtes Motorrad umsteigen können – und das ohne die bisher notwendige zusätzliche Ausbildung und Prüfung.

So soll ein derzeitiger Entwurf des Verkehrsministeriums aussehen, dass die Fahrerlaubnis-Verordnung stark verändern will. Konkret geht es dabei um den Zugang zu Leichtkrafträdern der Klasse A1: anstatt mindestens zwölf Pflichtstunden sieht der Entwurf nun eine theoretische und praktische Schulung im Umfang von 7,5 Stunden vor. Künftige Zweiradfahrer müssen jedoch 25 Jahre alt sein und eine Fahrerfahrung von mindestens fünf Jahren mitbringen. Danach würde man die Kennzahl "195" im Führerschein der Klasse B vermerkt bekommen.

Ziel ist es dabei, mehr Mobilität – insbesondere auch im Bereich der Elektromobilität – zu ermöglichen und gleichzeitig die Verkehrssicherheit sicherzustellen, so das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gegenüber Radio Brocken.

Gerade im ländlichen Raum soll so die individuelle Mobilität gestärkt und der Verkehr durch den Einsatz alternativer Antriebe klimafreundlicher gemacht werden. Trotz des gutgemeinten Ziels: viele Menschen betrachten diesen Entwurf eher kritisch.

So auch der Fahrlehrer Denis Gregus von der FBZ Fahrschule Eisleben. „Nicht nur die Routine fehlt dann den Fahrern, sondern auch die Übung in verschiedenen gefährlichen Situationen“, so Denis Gregus.

Motorradfahren ohne Führerschein: Warum der Fahrlehrer die Änderung nicht gut finden würde.

Von einer ausreichenden Vorbereitung auf den Straßenverkehr kann man laut dem erfahrenen Fahrlehrer in diesem Fall nicht sprechen. So sehen das auch viele Auto- und Motorradfahrer, die sich an Diskussionen in den sozialen Netzwerken wie zum Beispiel auf der Radio Brocken Facebookseite beteiligen.

Aktuell ist der Entwurf für eine Änderung der Fahrerlaubnis in der Ressortabstimmung und in der Länder- und Verbändeanhörung. Wann es zu einer Einigung kommt, steht im Moment noch nicht fest.