Bundesstraße_B6n.JPG
Foto: © FrankBothe / https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesstra%C3%9Fe_B6n.JPG / Foto beschnitten

Aus B6 wird A36 - sonst ändert sich nichts. Die bisherige B6 nördlich des Harzes ist nun offiziell die A36! Sie führt von Bernburg entlang des Nordharzes bis Braunschweig. Baulich wird sich an der Straße nichts ändern, ebenso wie an der Geschwindigkeitsreglung – es bleibt bei zwei Spuren in beiden Richtungen und keiner Geschwindigkeitsbegrenzung. In der nächsten Zeit werden jedoch die rund 350 Schilder entsprechend ausgetauscht.

Seit Silvester haben wir gut 120 Kilometer Autobahn mehr bei uns im Land.

Die B6 im Harz – die „Nordharzautobahn“ – ist seit dem 01.01.2019 offiziell eine Autobahn: die A36. Davon kriegen wir als Autofahrer allerdings erst mal nichts mit, denn das ist vorerst ein reiner Verwaltungsakt auf dem Papier.

Damit auch alle merken, dass es eine Autobahn ist, fehlen noch die blauen großen Schilder. 350 davon müssen noch angebracht werden: 170 auf der Autobahn selbst, der Rest als Hinweisschilder im Umland um auf die Autobahn aufmerksam zu machen. Frühestens ab Ostern werden diese blauen Schilder angebracht. Die müssen laut Vorschrift dran, denn die Schilder und vor allem die Schrift ist größer – und auf Autobahnschildern muss nach deutschem Gesetz die Schrift größer sein, als bei Bundesstraßenschildern.

Bis Februar muss jetzt noch geprüft werden ob die Metall-„Galgen“, an denen die gelben Schilder jetzt hängen überhaupt stark genug sind um die neuen, größeren Schilder zu halten.

Profitieren sollen vor allem Wirtschaft und Tourismus

Besondere Hoffnung wird seitens Politik und Wirtschaft auf den Statuseffekt gelegt, da einerseits die Präsenz einer Bundesautobahn anstelle einer "gelben Autobahn" einen zusätzlichen, psychologischen Standortvorteil für den Nordharz darstelle und andererseits einige Navigationssysteme schnellere Ankunftszeiten anzeigen würden. Beides solle letztendlich zu einer besseren wirtschaftlichen und touristischen Vermarktung der Region beitragen.

Einen Vorteil von der Umbenennung von der Bundesstraße in eine Autobahn erhoffen sich Firmen im Harz, die in ihr Portfolio „mit Autobahnanbindung“ schreiben können, um so beispielsweise bei Ausschreibungen bessere Chancen zu haben, einen Auftrag zu erhalten.

Aber es gibt auch Kritik

Diese kommt unter anderem von Steuerzahlerverbänden, die insbesondere die Notwendigkeit der Aufstufung anzweifeln und die Steuermittel als fehlinvestiert betrachten, da sich die Reisegeschwindigkeit nicht ändere. Generell wird vonseiten der Kritiker bezweifelt, dass die Auf-/Umstufung der Trasse einen konkreten Effekt bringe. Wie teuer die Umbauarbeiten werden, kann uns das Verkehrsministerium noch nicht sagen.