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"Wir müssen unseren Störchen die Menschen abgewöhnen", erklärt Storchenvater Michael Kaatz auf einem Feld bei Loburg.

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Bereits zum dritten Mal muss nun Storch Petry ausgewildert werden und wieder kann er sich nur schwer von der Menschengruppe lösen.

Fast 30 Besucher sind zum Storchenhof gekommen, um dem Schauspiel beizuwohnen. Darunter auch Steffi aus Erfurt. Sie liebt Störche und war bereits im letzten Jahr dabei: "Ich habe eine Patenschaft geschenkt bekommen und bin seit dem Fan des Hofes. Auf Facebook habe ich gesehen, es wird wieder ausgewildert und Petry hatte noch keinen Paten, da musste ich hier her."

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Die Tiere hier in Loburg werden versorgt, weil ihnen Schlimmes widerfahren ist.

Vom Auto angefahren, von Tieren angefallen oder einfach zu sehr an Menschen gewöhnt, müssen sie mühsam wieder aufgepeppelt werden. "Wir versorgen die Tiere, geben ihnen Nahrung, aber versuchen auch keinen zu engen Kontakt zu halten. Ein Storch kann wie ein Dackel sein: anhänglich und auf den Menschen geprägt. Manchmal stehen sie vor dem Supermarkt und wollen dort reingelassen werden. Andere laufen den Gärtnern nach, die den Garten umgraben, um die Würmer abzusammeln", erklärt Kaatz.

Über 60 Störche hat der Storchenhof im letzten Jahr wieder auf die Beine gebracht

...aber für einige endet das Storchenleben im Zoo oder in privaten Stationen. "Manche Tiere haben zu schwere Verletzungen. Der Brustkorb war mehrfach gebrochen oder der Flügel verstümmelt. Diese Tiere können wir leider nicht auswildern." Aktuell warten noch 12 Tiere in Loburg auf ein neues Zuhause. Diese sind ebenfalls nicht vermittelbar, denn ihre Verletzungen sind zu schwer.

Die Loburger kümmern sich aber nicht nur um verletzte Störche, sie haben auch wilde Störche im Blick:

"Wir haben einige Tiere mit einer Art Handy ausgestattet. Diese rufen quasi bei uns an und telefonieren nach Hause. Über diese Daten können wir die Störche dann beobachten. Bei manchen Tieren machen wir uns dann schon sorgen, wenn diese länger an einem Ort sind. In vielen Ländern haben wir dann Kundschafter, die einmal nachsehen können, wie es unseren Tieren geht." Das ganze kann man sich dann auch im Internet ansehen.