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Zum Herbst gehören Kastanien, Matschwetter und Pilze – am besten selbst im Wald gesammelt. Doch beim Pilzesammeln kann auch so einiges schief gehen, denn viele essbare Pilze unterscheiden sich kaum von giftigen. Das Gemeinsame Giftinformationszentrum von Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (GGIZ) berichtet, dass die Vergiftungs- und Vergiftungsverdachtsfälle seit Mitte September stark angestiegen sind.

Die Radio Brocken Tipps für unbeschwerten Pilz-Genuss

Wer sich nicht zweifellos sicher ist, welchen Pilz er gesammelt hat, sollte bei einer Pilzberatung um Rat bitten. In Sachsen-Anhalt arbeiten mehr als 70 ehrenamtliche Pilzberater, die jeden Pilz erkennen können und Ihnen wertvolle Tipps geben können. Termine sollten in der Regel immer persönlich vereinbart werden.

Eine Liste aller Pilzberater in Sachsen-Anhalt finden Sie hier.

Mit der Bestimmung sollten Sie nicht zulange warten und bei Unsicherheiten am besten gleich bei einem Experten um Rat bitten, denn viele Vergiftungen werden auch schon ausgelöst, wenn man leicht verdorbene Pilze isst.

Pilzbestimmung per App

Neu im Trend sind auch Pilzbestimmungs-App für das Smartphone. Man findet in den jeweiligen App-Stores eine große Auswahl an Apps, die versprechen Pilze richtig zu identifizieren.

Die Funktionsweise ist immer ähnlich. Man gibt verschiedene Merkmale des unbekannten Pilzes an, die App bestimmt diesen und gibt Informationen dazu. Quasi wie ein mobiles Pilzbestimmungsbuch. Einige dieser Apps funktionieren auch offline und sind an Orten ohne mobiles Internet verfügbar.

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V. rät allerdings ab, sich komplett auf diese Apps zu verlassen. Die Pilzbestimmung ist eine anspruchsvolle Aufgabe und besonders unerfahrene Sammler gefährden ihre Gesundheit, wenn Sie nur den mobilen Beratern vertrauen. Wer allerdings öfter Pilze sammelt und Erfahrung darin hat, kann diese Apps gut nutzen, um sein Wissen aufzufrischen oder zu ergänzen.

Champignons und Co mit giftigen Doppelgängern

Essbare und giftige Pilze unterscheiden sich kaum im Aussehen. Manchmal erkennt man erst am Geruch, der Konsistenz oder beim Aufschneiden, ob der Pilz problemlos verzehrt werden kann. Besonders die häufigen Pilzarten, wie Steinpilze, Champignons oder Pfifferlinge, haben häufig einen giftigen Doppelgänger.

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Der Wiesenchampignon ist bekömmlich, hat aber giftige Doppelgänger.

Besonders der so beliebte Wiesenchampignon hat einige gefährliche Zwillinge. Der weiße Hut und die braunen Lamellen sind kein eindeutiges Bestimmungsmerkmal. Der giftige Karbol-Egerling unterscheidet sich äußerlich kaum vom Wiesenchampignon. Erst wenn man den Stiel anschneidet, färbt sich die Stielbasis schnell und intensiv gelb. Diese Pilze können Vergiftungen hervorrufen. Wenn Sie einen Champignon mit einem grünlichen Hut sehen, sollten Sie ihn unbedingt stehen lassen. Es kann sich um den giftigen Grünen Knollenblätterpilz handeln. Schon 50 Gramm von ihm sind lebensgefährlich.

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Sieht in jungem Stadium wie ein leicht grüner Champignon aus, ist aber giftig: Der Grüne Knollenblätterpilz

Junge Gallenröhrlinge sehen Steinpilzen oft zum Verwechseln ähnlich. Beide haben einen braunen, ledrigen Hut, der bis zu 20 Zentimeter breit wird und einen hellen Stiel. Während der Steinpilz bei vielen Menschen gern auf den Teller kommt, sollten Sie den Gallenröhrling vermeiden. Er schmeckt sehr bitter und kann Vergiftungen hervorrufen.

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Steinpilze und Gallenröhrling sehen sich zum verwechseln ähnlich. Ein kleines Stück probieren, ist es bitter, dann den Pilz nicht essen.

Auch Pfifferlinge können mit ihrer charakteristischen gelben Farbe und dem trichterförmigen Hut nicht eindeutig identifiziert werden. Falsche Pfifferlinge unterscheiden sich optisch nur an rötlichen Farbreflexen. Allerdings haben Sie eine weiche und schlaffe Konsistenz und schmecken schwammig und muffig. Echte Pfifferlinge haben eine sehr feste Konsistenz und einen pfefferigen Geschmack.

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Echte Pfifferling haben eine fest Konsistenz. Ihre falschen Verwandten sind schwammig.

Sollten Sie trotzdem den falschen Pilz verzehrt haben, ist es wichtig, dass Sie die angebrochenen Lebensmittel nicht wegwerfen und sich merken, wie der Pilz aussah und wo Sie ihn gesammelt. So kann beim Arzt am besten festgestellt werden, welche Vergiftung vorliegt und wie sie behandelt werden kann.