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Screenshot: YouTube

In der zentralen Aufnahme-Stelle für Flüchtlinge in Halberstadt haben Wachschutz-Mitarbeiter offenbar mehrfach Asylbewerber körperlich misshandelt. Die Vorfälle haben sich offenbar im Frühjahr ereignet und sind jetzt erst bekannt geworden. Erst am Freitag sei man informiert worden, so das Innenministerium in Magdeburg. Die Polizei habe eine Ermittlungsgruppe gegründet.

Video bereits seit Monaten online

Bei Youtube existieren aber schon seit April mehrere Videos mit hunderten Abrufen, die die Vorfälle zeigen. Eines der Videos zeigt, wie auf eine Person am Boden liegend eingetreten wird, eine größere Gruppe Sicherheitsleute steht darum und schaut zu. Inzwischen sind vier Wachleute suspendiert worden. Derzeit wird geprüft, ob es auch Konsequenzen für das Wachschutz-Unternehmen gibt und die Firma den Auftrag verliert. Zudem wird gegen die zuschauenden Sicherheitsmitarbeiter wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt. Die beiden betroffenen Asylbewerber aus dem Video sind derzeit noch unbekannt. Insgesamt leben in der ZAST rund eintausend Flüchtlinge.

Die Landtagsabgeordnete Henriette Quade (Die Linke) hat zuerst bei Twitter auf den Vorfall reagiert. Sie schreibt: „Lasst die Leute ganz normal wohnen und leben! Bewohner*innen der ZAST brauchen unabhängige Anlaufstellen vor Ort und echte Beschwerdemöglichkeiten. Sicherheitspersonal muss strengstens kontrolliert werden“, Außerdem will sie wissen, was das Innenministerium unternimmt, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Die Landesregierung will den Innenausschuss des Landtags umfassend informieren.


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