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Der erschreckende Fakt zuerst:

Nur vier Prozent aller Schulen in Sachsen-Anhalt haben einen Breitbandanschluss

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerium hat im Auftrag des Bildungsministeriums die Glasfaserversorgung an Schulen geprüft und kommt zu einem desolaten Ergebnis.

Von 896 Schulen im Land haben gerade mal 36 Schulen 30 Mbit pro Klasse zur Verfügung. Und dies wird noch eine Weile so bleiben, weiß Bildungsexperte Thomas Lippmann von den Linken: "Das Land hofft auf den seit drei Jahren angekündigten Digitalpakt des Bundes. Ein Fördermittelregen soll dann richten, was das Land allein nicht finanziert bekommt," so der Bildungsexperte. Und die Lücke ist groß: Fast 24 Millionen Euro braucht das Land, um die 843 Schulen ans schnelle Netz zu bekommen.

Geplant sind jedoch gerade einmal drei Millionen Euro. "Mit der Gießkanne wird hier an 15 Standorten ein bisschen benieselt. Am Ende bleiben für Schulen in Dessau, Magdeburg, Jerichower Land, Harz und Saalekreis jeweils nur 500.000 Euro. Dabei würde alleine der Harz 2,6 Millionen Euro für 96 Schulen benötigen."

Surfen im Klassenraum teilweise nur mit Internetstick

Insgesamt ist der Ausbaustand im Land sehr unterschiedlich: So ist in Halle ein Bedarf von 350.000 Euro errechnet, in Magdeburg hingegen werden für den Glasfaserausbau noch 1,4 Millionen Euro benötigt.

Bedarfsspitzenreiter sind nach dem Saalekreis mit 2,7 Mio, der Harz mit 2,6 Mio und Stendal mit 2,5 Mio. Euro. Hier ist auch der Ausbaudruck am größten, denn dort sind Schulen zum Teil mit Internetsticks über Mobilfunkanbieter angebunden. Datenraten von 2 Mbit sind dann für eine ganze Klasse zu Verfügung.

"Das schafft ein Ungleichgewicht in der Bildung, was schnell abgeschafft werden muss. Wie dies mit nur drei Millionen Euro gehen soll, ist jedoch unklar," so Lippmann.

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