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Moderne Brandfrüherkennung

In ganz Sachsen-Anhalt gibt es 15 Kameras, die in 3 Zentralen ausgewertet werden. Annaburg, Klötze und eben Genthin. Dort war Sachsen-Anhalt Reporter Simon Dietze zu Gast und hat sich das System zeigen lassen. Das automatische Waldbrandfrühwarnsystem (AWFS) "Fire Watch" basiert auf Kameras mit einem hochauflösenden optischen Sensor-System, das auf Türmen oder Masten installiert ist. Die aufgezeichneten Bilder werden in eine Überwachungszentrale mit einer speziellen Software zur Raucherkennung durch Forstwirte, die dafür geschult worden sind, ausgewertet.

Fünf Mitarbeitern des Betreuungsforstamtes „Elb-Havel-Winkel“ in Genthin sind in der Waldbrandzentrale tätig. Im Sommer kommen zwischen 1.500 und 1.700 Warnmeldungen rein, die meisten sind Fehlalarme. Sechs Kameras speisen das System in Genthin, sind auf Türmen in Klietz, Pietzpuhl, Landsberg, Stendal oder Waldrogäsen angebracht. Von 2004 bis 2018 wurden insgesamt 162.174 Meldungen in die Zentrale gesendet, davon konnten 312 Meldungen als Brände lokalisiert werden. Jede Kamera kann einen Radius von 10 bis 15 Kilometern aufzeichnen, das entspricht Fläche von bis zu 700 km². Die Kameras drehen sich, brauchen für eine 360° Darstellung 8 Minuten. Wenn ein Brand erkannt wird, können mithilfe des Systems die Koordinaten ermittelt werden.

Früher mussten Menschen die Umgebung von oben mit einem Fernglas beobachten, den Ort des Brandes peilen. Das System erkennt über Pixel Verdunkelungen auf Bildschirm, und gibt dann eine Warnung raus. Oft sind es zwar nur Schatten, Verwirbelungen etc, doch wenn die manuelle Prüfung einen Brand ergibt, wird die Feuerwehr in der Regel 2-3 Minuten nach Erkennung alamiert. Ein deutlicher Vorteil zu früher (vor 2004). Bei Waldbrandgefahr Stufe 3 ist die Wache von 10-20 Uhr besetzt.

Alle Kameras sollen 2020 modernisiert werden und dann noch höherauflösend und in Farbe übertragen können. Damit sollen weniger Fehlalarme entstehen und die diensthabenden Mitarbeiter deutlich entlastet werden.