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Sachsen-Anhalt braucht die Zäune

Die Mitarbeiter bauen an 11 Stellen auf einer Länge von insgesamt fast 4 Kilometern die 40 cm hohen Amphibienzäune auf und ab. Einer der längsten Zäune mit 650 Metern befindet sich im Nassetal zwischen Questenberg und Wickerode. 2017 wurden durch die Mitarbeiter insgesamt 9458 Amphibien vor dem Tod gerettet! Sie würden sonst über die Straße laufen und eventuell von Autos erwischt werden. 1,9 km Zaun werden täglich von Mitarbeitern kontrolliert und die Kröten, die nicht weiter kommen, abgelesen. Die Tiere werden dann über Straße getragen, damit sie die letzten Meter bis zu ihren Laichplätzen gefahrlos zurücklegen können.

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1650 Meter werden dabei von Ehrenamtlichen betreut. Zum Beispiel am Flugplatz Allstedt vom Team um Frau August aus Winkel und am Treuen-Nachbarteich bei Hayn vom Harzclubzweigverein Hayn e. V.. 400 Meter werden zwar nicht kontrolliert, sind aber mit Röhren, die auf die andere Straßenseite führen, ausgestattet. Alle 10-20 Meter werden Eimer eingegraben, in die nachts oder in der Dämmerung die Tiere hineinfallen. Diese Eimer sind mit Laub ausgestattet, damit sich die Tiere verstecken können und nicht austrocknen. Manchmal sind 20-30 Tiere drin und die Eimer dadurch so voll, das die Tiere fast raushüpfen können.

Über welche Kröte reden wir?

Die Erdkröte ist am meisten vertreten (7962 Stück 2017). Sonstige Arten sind Moorfrösche, Springfrösche und Kammmolche. Wenn sich über mehrere Tage keine Tiere mehr in den Eimern finden, werden die Zäune wieder abgebaut. Durch das Engagement ist die Population über die letzten Jahre konstant geblieben. Wäre dieser Einsatz nicht gewährleistet, wäre die Population deutlich geringer.

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Wie ist der aktuelle Status?

Donnerstag und über das Wochenende werden die Zäune wieder zurückgebaut, damit die Kröten und Frösche von den Teichen wieder über die Straße in den Wald wandern können. Durch das unbeständige Wetter in den letzten Wochen ist die Krötenwanderung viel schneller passiert, als es geplant war. (Normalerweise noch bis Mai).

Wer macht das?

Die öffentliche Behörde Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz und der Harzklub-Zweigverein e.V. sind die Einrichtungen, die sich darum kümmern, dass jedes Jahr 10.000 Tiere allein in und um den Südharz gerettet werden.

http://www.bioreskarstsuedharz.de/

http://www.harzklubzweigverein-hayn.de/

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