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Stendaler Rathaus, 7. September 2009, die "Jungfernfahrt" des wohl langsamsten Fahrstuhls von Sachsen-Anhalt. Der Knopf muss bis zur gewünschten Etage gedrückt gehalten werden. Natürlich aus Sicherheitsgründen. (Ein sogenannter Totmannknopf.) Auch deshalb ist der Fahrstuhl nur in Begleitung von Rathauspersonal nutzbar, 7 Mitarbeiter der Verwaltung sind als Begleitpersonen geschult.

Der Fahrstuhl fährt mit ca. 15 cm pro Sekunde (~0,5 km/h), braucht also 1 Minute und 38 Sekunden bis nach oben! Die Durchschnittsgeschwindigkeit in Wohnhäusern liegt normalerweise bei ca. 5 km/h. In der gleichen Zeit fährt der Fahrstuhl im Berliner Fernsehturm hoch und wieder runter.

Kritik am Fail-stuhl

Kostenpunkt waren damals 185.000 €. Eine bessere Fahrstuhlvariante wäre ca. 40.000 € teurer gewesen. Auch der Bund der Steuerzahler ist schon aufmerksam geworden, Stendal hat bereits mehrere Einträge im Schwarzbuch. Die Stadt verteidigt sich: Der Fahrstuhl dient nur als Lastenaufzug, ist gedacht für Menschen mit Handicap um zu Konferenzen oder zum Trauzimmer zu kommen. Ein anderer Bau für einen schnelleren Aufzug wäre auf Grund von Denkmalschutz und dem fehlenden Platz im Innenhof vom Rathaus nicht möglich gewesen.

Es hat auch Vorteile

Leute, die mit dem Aufzug zur Konferenz fahren, nutzen die Fahrt um ihre Rede durchzugehen oder sich zu konzentrieren. Eine Sitzung am 03. Dezember mit Diskussion über einen schnelleren Aufzug brachte die Entscheidung: Es bleibt alles so wie es ist!


Sachsen-Anhalt-Reporter Simon Dietze: Entschleunigung im Advent

Wir waren vor Ort und haben den chilligen Fahrstuhl mal getestet:

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