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Den Mitarbeitern des Universitätsklinikums in Halle reichts: Seit Jahren sehen sie bei der Tariferhöhung in die Röhre. Die Folge ist, jeden Monat fehlen ihnen, im Gegensatz zu den Kollegen in Magdeburg, mehrere hundert Euro in der Brieftasche. „Wir sind es wert und wir kämpfen nun um unser Recht,“ sagt Krankenschwester Annette aus Halle. Betroffen sind fast 3 000 Angestellte des Klinikums. Diese werden nach einem sogenannten Haustarif bezahlt. „Der wird jedoch seit Jahren nicht angepasst. Anders als die Kollegen in Magdeburg, bekommen wir nichts von den Tariferhöhung ab.“

Gleiches Geld für die gleiche harte Arbeit
Schrittweise Tarifanpassung, ein dreizehntes Monatsgehalt und eine Altersteilzeitregelung – so lauten die Forderungen der Pflegekräfte am Universitätsklinikum Halle. Schon 1 800 Menschen haben die Petition für eine Angleichung an den landesweit geltenden Tarifvertrag (TV-L) unterschrieben. Sie hinken im Vergleich zwei Jahre hinterher, da sie einen eigenen Haustarifvertrag haben - in Zahlen sind das rund 200 Euro netto weniger. Auch ihr Weihnachtsgeld fällt mit nur 26 Prozent des Gehaltes gering aus, während die Pflegekräfte in Magdeburg für die gleiche Arbeit 96 Prozent Weihnachtsgeld bekommen.

Eine schwarze Null auf dem Rücken der Angestellten
Aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet, steht es sehr gut um die Klinik, denn sie schreibt schwarze Zahlen. „Seit einigen Jahren scheint das aber auf dem Rücken der Pflegekräfte zu geschehen. Uns wächst die Arbeit über den Kopf. Wir ersticken im Papierkrieg: Vor lauter Dokumentationsarbeit gehe ich manchmal mit dem Gefühl nach Hause, nicht genügend für die zum Teil schwer kranken Patienten da gewesen zu sein“, so die Krankenschwester Annette. Auch um die Zukunft der Klinik sorgen sich die Angestellten. Lange wurde nicht ausgebildet oder Azubis wurden nicht übernommen. Nun werden ihnen Übernahmechancen gewährt, aber für das jetzige Gehalt wollen viele nicht bleiben. „In den nächsten zehn Jahren werden viele von uns nach über 35 Jahren als Pflegekräfte wegfallen, sollte es keine Altersteilzeitregelung geben und die jungen Leute nutzen ihre Chance und gehen nach Magdeburg und Dessau, weil sie dort einfach besser verdienen“, befürchtet Annette.

Die Unterschriftenliste wird heute der Klinikleitung übergeben. Diese mahnte in einem internen Schreiben die Mitarbeiter an maß zu halten. Das Klinikum schiebt seit Jahren einen Sanierungsstau vor sich her, es bangt offenbar mit zusätzlichen Ausgaben in ein fettes Minus zu rutschen.

Klinikum geht in Tarifverhandlungen mit ver.di
Das Universitätsklinikum verhandelt nun mit den Krankenschwestern und Pflegern über den neuen Tarifvertrag: „Wir streben eine Anpassung an den TV-L in zwei bis drei Jahren an. Die Tarifsteigerung und deren Kosten müssen jedoch seriös gegenfinanziert werden,“ so ein Kliniksprecher gegenüber Radio Brocken. Es müssen neben der angemessen Bezahlung auch die Arbeitsplätze gesichert werden. Eine Anpassung auf einen Schlag würde das Klinikum, nach eigenen Angaben, 15 Millionen Euro kosten. Für Annette bleibt klar:„Unsere Jobs müssen gerecht bezahlt werden.“