Prozessbeginn am Landgericht in Halle: Im Januar letzten Jahres soll der Eisleber André W. (40) seinen drei Monate alten Sohn zu Tode geschüttelt haben. Zunächst schwieg der zweifache Vater, doch nun die Wende im Verfahren. Durch seinen Anwalt lies er eine Erklärung vorlesen, wie aus seinen Augen der traurige Vorfall passierte. Mit seiner Lebensgefährtin hatten sich beiden am 15. Januar letzten Jahres auf die Couch gelegt. Am Abend sollte es eine Feier geben, die neue Arbeitsstelle wollte man mit den Schwiegereltern feiern. Um den kleinen Jungen zum Einschlafen zu bewegen, legte W. das Kind auf den Bauch. Danach habe er nach seiner Tochter gesehen.

Eine halbe Stunde später sei ihm der Zustand des Babys aufgefallen: „Da waren die Lippen blau angelaufen und die Haut schneeweiß,“ so der Angeklagte. Im Stress und Schock will er nun das Kind ein paar Sekunden geschüttelt haben. Anschließend begann er nach seinen Aussagen mit den Wiederbelebungsmaßnahmen.


Rettungssanitäter widersprechen Angeklagtem


Bereits zehn Minuten nach dem Notruf treffen aus Eisleben die ersten Rettungskräfte ein. Die Sanitäter finden vor den Vater vor seinem Kind weinend vor. „Er schrie auf uns ein, wir sollen doch etwas machen,“ erklärte der Retter. Auf die Frage ob man ihn beim Reanimieren des Kindes gefunden hätte, sagte der 28-Jährige: „Das kann ich nicht bestätigen.“ Damit bleibt die Aussage des Angeklagten unbestätigt. Die Retter gaben an, dass das Kind sehr kalte Beine im Vergleich zum Oberkörper hatte. Ihnen gelang es den bewusstlosen Jungen wieder ins Leben zurück zu holen, er verstarb jedoch am Folgetag. Bereits in der Nacht wurde das Kind auf Grund des kritischen Gesundheitszustandes in das Universitätsklinikum in Halle verlegt. Dort verstarb der Junge wenig später.


Obduktion wirft Fragen auf


Die Obduktion hatte bereits geklärt, dass die Beine des Kindes in der Vergangenheit einmal gebrochen waren. Auch gab es Verletzungen am Auge die auf ein längeres Schütteln hinweisen. Dies wird die Verteidigung vor eine schwierige Aufgabe stellen: Sowohl die Reanimation, als auch die Behauptung André W. hätte nur wenige Sekunden geschüttelt, ist zu beweisen. Für die Verteidigung ist die Strafe jedoch jetzt schon klar: „Egal welches Urteil gesprochen wird, er hat bereits jetzt lebenslänglich, denn sein Kind ist tot.“