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125 Prozent mehr Gewaltdelikte am Bahnhof Magdeburg seit 2015

"Ein falscher Blick, eine unachtsame Geste: Wenn jetzt noch Drogen oder Alkohol im Spiel sind, dann kann eine Alltagssituation schnell eskalieren," erklärt Polizeihauptkommissarin Chris Kurpiers von der Bundespolizei in Magdeburg. Wenn viele Menschen aufeinander treffen, ist Streit vorprogrammiert.

So auch am Magdeburger Hauptbahnhof. Dieser ist seit dem Bau des Tunnels, zu einem Brennpunkt geworden. Täglich durchqueren vielen auf dem Weg von der Innenstadt, nach Magdeburg Stadtfeld den Bahnhof und damit erhöht sich auch das Eskalationspotential für die Polizei: "2017 ereigneten sich 90 Prozent aller Körperverletzungsdelikte am Magdeburger Hauptbahnhof", so die Beamtin. Mehr als ein Drittel davon sind sogar im Bereich der gefährlichen Körperverletzung anzusiedeln. 2017 wurden hier 373 aller Gewaltstraftaten verübt. Das sind mehr als die Hälfte aller gemeldeten Taten der Bundespolizei-Inspektion in Magdeburg.

2018 musste die Bundespolizei bereits 16 Mal wegen Waffen- und Sprengstoffdelikten tätig werden.

Bundespolizei rüstet auf

Die Reihung der Einsätze, liest sich wie ein kleines Waffenarsenal. Gefunden wurden Schlagringe, Springmesser, Einhandmesser, Elektroschocker, Schlagstöcke, Reizgas, Butterflymesser, Softairwaffen oder Teleskopschlagstöcke. "Wenn wir diese Dinge finden, kann wegen unerlaubtem Waffenbesitz ein Ordnungsgeld von 200 Euro und eine Anzeige ausgesprochen werden."

Wer allerdings aus beruflichen Gründen ein Messer oder eine Waffe bei sich tragen muss, für den gilt eine Ausnahmeregelung. Waffen dürfen jedoch nicht offen getragen werden, sondern gehören in einen geeigneten Koffer. Gleiches gilt für Messer.

Bedürfnis nach Eigensicherung nimmt zu

Spätestens nach den Anschlägen von Paris im September 2016 steigen die Zahlen der Waffenfunde dramatisch an. Es gibt ein Bedürfnis sich selbst zu schützen. Wenn bereits klar ist, dass ein Messer oder ein Schlagring nicht mitzuführen ist, wissen jedoch die wenigstens dass sie sich auch mit Elektroschockern oder Reizgas strafbar machen. "Hier wird der Gegenstand eingezogen und es kann ein Ordnungsgeld erhoben werden." Erlaubt ist das Mitführen von Pfefferspray zur Abwehr von Tieren, insbesondere Hunden. Wer dies jedoch gegen Menschen einsetzt, kann ebenfalls wegen Körperverletzung belangt werden.

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