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 (Foto: Thorsten Nieder - Fotolia)

Wer nach Magdeburg fährt, der nimmt sich Zeit mit: Kaum eine Ecke der Stadt ist auf direktem Weg zu erreichen. Viele Baustellen, werden von Baustellen flankiert. Nur über Seitenstraßen und bei illegalen Wendemanövern ist noch Zeit gut zu machen. Das bedarf aber guter Ortskenntnis, sonst sind gute Nerven angesagt.

Dauerbrenner Tunnelbaustelle

Es ist wohl Magdeburgs umstrittenste Baustelle: Der Magdeburger Tunnel am Damaschkeplatz scheidet die Geister. Die Stadt sagt, es wäre ein wichtiges Bauprojekt zur Modernisierung der Bahnhofsanlage, in der Bevölkerung gilt es eher als teures Prestige-Objekt. Baubeginn war 2015, mit fast fünf Jahren Verzug und schon jetzt ist ein Kostengrab: Hatte man zunächst mit 37 Millionen Euro Baukosten gerechnet, sind jetzt schon weit über 139 Mio. Euro im Gespräch. Und der Deckel ist noch lange nicht drauf. Übrigens auch nicht bei der Bauzeit: Denn was zunächst 2016 fertig sein sollte, wenn es denn 2009 gebaut worden wäre, stand nun 2019 auf dem Plan. Nach dem der letzte Bauleiter im Dezember das Handtuch warf, ist nun der dritte neue Mann am Großprojekt tätig. Realistisch glaubt jedoch niemand mehr, dass vor 2021 ein Auto durch den Tunnel fahren wird.

Leipziger Straße wird zum Hürdenlauf

Auch einer der Haupt Ausfallstraßen ist betroffen: Die Leipziger Straße, immerhin die direkte Anbindung an das größte Krankenhaus der Stadt, dem Uniklinikum, ist noch bis zur Mitte des nächsten Jahres unterbrochen. An der Kreuzung zur Wiener Straße legen die Magdeburger Verkehrsbetriebe eine neue Trasse zwischen Buckau und Sudenburg. Folge: Vollsperrung der Kreuzung und damit kein durchkommen. Aber hier kann man auf vertrauen bauen, in den letzten Jahren hat die MVB bewiesen, dass ihre Bauprojekte pünktlich fertig werden. Doch: Auch auf anderen Abschnitten der Leipziger wird immer wieder gebaut. An der Kreuzung zur Hellestraße wurde bereits zum dritten Mal in diesem Jahr die Straße aufgerissen. Zur Zeit ist hier gar kein Durchkommen mehr und ein Ende ist erst in einigen Wochen in Sicht.

Brückenbau wird nächstes Großprojekt

Eigentlich können die Magdeburger froh sein, dass es Streit um Magdeburg nächstes Großbauprojekt gibt. Seit Frühjahr diesen Jahres sollte bereits die seit Jahren baufällige Anna-Ebert-Brücke gegen eine neue verlängerte Strombrücke ersetzt werden. Klagen gegen das Ausschreibungsverfahren hatten den Bau jedoch auf Eis gelegt. Jetzt glaube Experten, dass nicht einmal ein Baustart in diesem Jahr noch realistisch ist. Das Projekt hat, man könnte schon fast sagen, Magdeburg typisch nicht nur einen Bauverzug, sondern die Kosten könnten mit einer Neuausschreibung ebenfalls von geplanten 108 Mio. auf weit über 130 Mio. steigen. Erst am 10. Oktober das Bundesvergabegericht in Düsseldorf über die weitere Vergabe entscheiden können.

Tagesaktuell kann man sich übrigens über Baustellen in Magdeburg über www.movi.de informieren.

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