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Photo: Barna Burger (Foto: MTI/MTVA)

Nachdem Orbán am 24. Oktober im bayerischen Passau auftrat, kommt er nun am 6. November nach Sachsen-Anhalt in die Lutherstadt Wittenberg, wo Martin Luther 1517 seine 95 Thesen publizierte – eine Woche nach dem Ende des Reformationsjubiläums. Er will dort die Ausstellung „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“ besuchen. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), dessen Wohnhaus zweihundert Meter vom Lutherhaus entfernt liegt, wird den Gast begleiten.

Dass Haseloff dies tut, trifft teilweise auf ein gewisses Verständnis. „Für Ungarn ist das Reformationsjubiläum wichtig“, sagt der örtliche SPD-Europaabgeordnete Arne Lietz. „Es ist völlig normal, dass sich Leute, die daran Interesse haben, zu uns auf den Weg machen. Ich würde es nicht verdammen, dass er kommt.“ Lietz fügte jedoch hinzu: „Gerade in der Religionsfreiheit kenne ich keine Kompromisse. Und Orbán stellt sie infrage.“

Haseloff selbst wisse als Katholik noch aus DDR-Zeiten, wie es sei, wenn Religionsfreiheit eingeschränkt werde und müsse das Thema gegenüber Orbán ansprechen. „Wir müssen im Diskurs bleiben, aber im kritischen Diskurs“, findet der Sozialdemokrat. „Es geht um Rückgrat.“ Der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer fragte kürzlich, „welche Absichten und Ziele“ hinter dem Besuch steckten. Er führte die städtische Dissidenten-Szene an, die bis 1989 für Menschenrechte eintrat. Der gesamte Vorgang war Gegenstand einer kontroversen Landtags-Debatte, in der sich die AfD auf Haseloffs Seite schlug. Die Linke hingegen übt Kritik am geplanten Treffen.

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