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Wenn in Sachsen-Anhalt am 4. Juli die langersehnten Sommerferien beginnen, könnten für viele Reisende noch am Flughafen der Traum von einem erholsamen Urlaub zerplatzen. Der Grund: Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo hat Streiks bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings und Germanwings in Aussicht gestellt. Etwa 20.000 Flugbegleiter sind dazu aufgerufen, von Juli an die Arbeit niederzulegen, heißt es von der Gewerkschaft Ufo. Somit könnten mitten in der Feriensaison auf Lufthansa-Kunden schwierige Zeiten zukommen. Auch zahlreiche Fluggäste in Sachsen-Anhalt wären in diesem Fall davon betroffen. Einen Überblick über die Rechte und Möglichkeiten als Fluggast und Pauschalurlauber haben wir Ihnen hier einmal zusammengestellt.

Wann muss mich die Airline über Streiks informieren?

Grundsätzlich sind die Fluggesellschaften dazu verpflichtet, ihre Passagiere über den Flugausfall zu informieren. Dennoch sollten Sie sich auch beim Reiseveranstalter oder bei der Airline informieren, ob sich ein Flug verspätet oder komplett ausfällt. Bei Daten aus dem Internet ist es sinnvoll, sich diese auszudrucken, um später einen Beleg zu haben.

Muss die Airline mir eine Alternative anbieten?
Wenn der Flieger gar nicht erst vom Boden abhebt, hat die Fluggesellschaft oder der Veranstalter die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Oft kommt es auch dazu, dass die Fluggesellschaft keinen Ersatzflug anbieten kann. Die Fluggastrechteverordnung sieht in diesem Fall aber trotzdem eine „anderweitige Beförderung zum Endziel unter vergleichbaren Reisebedingungen zum frühestmöglichen Zeitpunkt vor“. Damit ist gemeint, dass Sie bei einem Streik unter Umständen auf Kosten der Airline mit einer anderen Airline, Bus, Bahn oder Mietwagen weiterreisen können. Passagiere können diese etwa per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen fordern.

Welche Rechte habe ich bei Verspätung, Ausfällen oder Überbuchungen?

Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung von drei Stunden oder mehr haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro - aber nur, wenn kein "außergewöhnlicher" Umstand, wie etwa ein Sturm daran schuld ist. Außerdem haben Sie als Fluggast ab zwei Stunden Verspätung einen Anspruch auf Leistungen wie zwei Telefonate, zwei E-Mails, Getränke, Essen und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel. Die zweistündige Wartezeit gilt hierbei für Flüge von bis zu 1500 Kilometern. Auch ist es Ihnen möglich, ihr Flugticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen – jedoch erst ab der fünften Verspätungsstunde.

Müssen Passagiere für die Betreuungskosten selbst aufkommen?

In der Regel ist es so, dass die Betreuung von Fluggästen im Falle eines Streiks kostenlos bereitgestellt wird. Das klappt aber oft nicht. Sollte die Airline trotz Nachfrage keine Betreuung bereitstellen können, muss sich der Fluggast selbst um Verpflegung und möglicherweise ein Hotelzimmer kümmern. Dann ist es wichtig alle Belege aufzubewahren, um die Kosten anschließend der Fluggesellschaft in Rechnung stellen zu können. Diese Kosten sind verschuldensunabhängig. Die Airline muss Ihnen also helfen, egal ob die Verspätung durch eine Aschewolke, einen Sturm oder eben einen Streik der Flugbegleiter entstanden ist.

Gibt es Unterschiede bei Pauschalreisen?

Doch auch Urlauber, die eine Pauschalreise gebucht hatten, müssen nicht zwingend auf ihren Koffern und Kosten sitzenbleiben. Denn wenn der Flug ein Bestandteil des Pauschalurlaubs war, muss der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllen. Sitzen Sie zum Beispiel zwei Tage am Flughafen fest, statt am Strand zu liegen, können Sie den Reisepreis entsprechend mindern. Handelt es sich um eine Kurzreise, können Sie sogar von der Reise kostenlos zurücktreten und den Reisepreis zurückfordern. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es jedoch nicht.

Muss ich trotz Verspätung trotzdem pünktlich am Flughafen sein?

Auch bei einer großen absehbaren Verspätung sollte man immer zur ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Fluggesellschaft kurzfristig einen Ersatzflug anbieten kann - und Sie ihn dann verpassen.

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