Das große Verbraucher-Quiz: Was darf ich und was nicht?

 

Auflösungen:

1.  Bilder und Fotos sind immer urheberrechtlich geschützt - auch wenn sie nicht it dem Symbol C gekennzeichnet sind. Sie dürfen nur mit Einverständnis des Urhebers oder Rechteinhabers verwendet werden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, lassen sie die Finger davon weg, sonst droht eine Abmahnung. Tipp: Achten sie bei Nutzung eines Bildes auch auf eine eventuelle Verletzung des Persönlichkeitsrechtes der abgebildeten Person!

2. Der persönliche Geschmack ist kein Kriterium dafür, ob ein Essen mangelhaft ist. Wenn aber das Essen beispielsweise extrem versalzen oder verdorben ist, dann können sie reklamieren. Sie sollten mit dem Gastwirt besprechen, ob Sie erneut bestellen oder die Gaststätte ohne Bezahlung verlassen. Tipp: Handeln sie umgehend, eine Reklamation ist aus Beweisgründen schwer möglich, wenn Sie die Speise bereits zum größten Teil verzehrt haben!

3. Jeder muss nur das bezahlen, was er bestellt hat, egal ob er allein oder in einer geselligen Runde am Tisch gesessen hat. Etwas anderes gilt nur dann, wenn ein Gast für die gesamte Runde bestellt und alle Getränke auf seinem Bierdeckel notieren lässt. Tipp: Beugen Sie Unstimmigkeiten vor und bitten sie von Anfang an um getrennte Rechnungen.

4. Niemand ist verpflichtet mehr als 50 Münzen für eine Zahlung anzunehmen. Tipp: Wenn Sie ihr gesammeltes Kleingeld in Scheine umtauschen möchten, wenden Sie sich an eine Filiale der Deutschen Bundesbank. Nur diese sind verpflichtet, Münzen in jeder Zahl und jedem Betrag kostenlos umzutauschen oder anzunehmen.

5.  Eine Taschenkontrolle ist ein Eingriff in die Privatsphäre und ist daher nicht gestattet, wenn Sie ohne konkreten Verdacht auf eine Straftat erfolgt. Liegt hingegen ein begründeter Verdacht vor, ist eine Taschenkontrolle erlaubt - allerdings nur von der Polizei. Tipp: Sie können natürlich freiwillig einen Blick in ihre Tasche gewähren. Sie entscheiden, wie viel ihnen ihr Persönlichkeitsrecht wert ist.

6. Das Probieren von Lebensmitteln ist nur dann erlaubt, wenn das an einem Probestand oder einer Theke angeboten wird. Ansonsten ist die Ware so lange im Eigentum des Supermarktes, bis sie bezahlt ist und darf erst danach verzehrt werden. Tipp: Eine lose Ware anzufassen ist dagegen erlaubt, z.B. um bei einer Tomate zu prüfen, ob sie reif ist. So ist auch das Riechen am Shampoo erlaubt, wenn kein Siegel gebrochen wird.

7. Der Kunde ist berechtigt, die Verpackung zu öffnen, um die Ware zu Testzwecken in Augenschein zu nehmen. Die Verpackung ist aber sorgfältig zu öffnen. Andernfalls kann der Verkäufer Schadensersatz für die Verpackung verlangen. Tipp: Lebensmittel werden beim Öffnen der Verpackung oft aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen unverkäuflich, weshalb Sie u.U. Schadensersatz in Höhe des Kaufpreises leisten müssen.

8. Kunden dürfen sich im Laden ein Bild machen und überlegen, ob Sie die Zeitschrift kaufen wollen. Der Kaufvertrag kommt erst zustande, wenn der Kunde seinen Kaufwunsch äußert, z.B. indem er die Zeitschrift nimmt und das Geld dem Verkäufer gibt. Tipp: Daran ändert auch ein Schild „Das Durchblättern verpflichtet zum Kauf“ nichts. Solche Geschäftsbedingungen sind unwirksam. Aber der Händler hat ein Hausrecht: er darf Leseratten aus dem Laden verweisen.

9. Sie haben mit Geld bezahlt, einen Gutschein müssen Sie nicht akzeptieren . Die mangelhafte Sache ist Zug-um-Zug gegen Rückzahlung des Kaufpreises zurückzugeben. Die Ausstellung eines Gutscheins ist nicht ausreichend. Tipp: Ist strittig, ob ein Gewährleistungsfall vorliegt, sollten Sie sich u.U. zur Vermeidung eines Gerichtsverfahrens und nach Abwägung der zeitlichen und finanziellen Konsequenzen doch auf einen Gutschein einlassen.

10. Die Gewährleistungsfrist für eine mangelhafte Kaufsache beträgt 2 Jahre. Innerhalb der ersten 6 Monate nach Erhalt der Ware wird gesetzlich vermutet, dass der aufgetretene Mangel auf einem bereits beim Kauf vorhandenen, ggf. „latenten“ Mangel beruht. Später muss der Käufer nachweisen, dass der Mangel bereits von Anfang an vorhanden war. Tipp: Lassen Sie sich vom Händler nicht abwimmeln, bestehen Sie auf ihr Gewährleistungsrecht.

11. Sie müssen nur beweisen, dass Sie die Ware bei dem Verkäufer, bei dem Sie reklamieren, zu einem bestimmten Zeitpunkt gekauft haben. Ein Zeuge, der beim Kauf dabei war, oder ein Kontoauszug kann ausreichend sein. Tipp: Mit Kassenbon ist eine Reklamation am unkompliziertesten. Heben Sie deshalb den Bon für die Dauer der Gewährleistung von 2 Jahren auf. Um einer dauerhafte lesbare Quittung zu erhalten, empfiehlt sich eine Kopie.

12. Verbraucher, die unverlangt Waren erhalten müssen diese weder zurückschicken noch aufbewahren, sondern dürfen diese auch einfach entsorgen, gebrauchen oder verschenken. Der Versender kann von Ihnen den Kaufpreis nicht verlangen. Tipp: Wenn jedoch zu erkennen ist, dass ein Versehen seitens des Versenders vorliegt, muss die Ware eine angemessene Frist aufbewahrt werden.

13. Die meisten Verträge sind auch wirksam, wenn sie nicht schriftlich verfasst und unterschrieben sind. Nur für wenige Verträge (z.B. Verbrauchersarlehensverträge) schreibt das Gesetz vor, das sie schriftlich abgeschlossen werden müssen. Tipp: Schließen Sie trotzdem wichtige Verträge immer schriftlich ab. Schriftlich lasst sich leichter beweisen und beugt Missverständnissen vor.

14. Es wäre schön, wenn man einfach gehen könnte, ohne zu bezahlen. Allerdings haben Sie mit dem Inhaber der Gaststätte einen Vertrag abgeschlossen. Die Speisen und Getränke, die sie bestellt und verzehrt haben, sind natürlich zu bezahlen. Tipp: Verzichten Sie mangels Servicequalität auf das sonst übliche Trinkgeld!


Beispiel Tierkauf:
Eine Frau kauft einen Hund für ihre Familie, der nach Aussage der Züchterin besonders kinderlieb sei. Nachdem der Hund bereits nach 2 Tagen nach den Kindern grundlos schnappte, brachte Sie den Hund zurück und verlangte den Kaufpreis zurück. Zu Recht?

Falsch - kann sie nicht, urteilten die Richter des Amtsgerichts Halle am 25.10.2010:

„Das Wesen eines Hundes ist eine Eigenschaft, die aufgrund der das Tier umgebenden Bedingungen ständigen Veränderungen unterliegt. Insofern handelt es sich nicht um eine fixe, sondern um eine veränderliche Sacheigenschaft…Eine Vereinbarung, dass der Hund besonders kinderlieb sei, kann daher nicht anderweitig ausgelegt werden, als dass es sich lediglich um die generelle Neigung der Hunderasse zu Tendenzen handelt, die sich im Umgang mit Kindern positiv auswirken.“