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(Foto: Apops - Fotolia)

Wir haben mit Andreas von Koss vom Landeskriminalamt (LKA) gesprochen und haben Tipps für Sie, wie Sie bei verschiedenen Maschen der Fake-Anrufer am besten reagieren.

Masche 1: Falsche Polizisten

Jemand ruft Sie an und sagt Ihnen, er wäre von der Polizei. Bei einem Tatort oder einer Festnahme wurde angeblich ein Zettel mit Ihrem Namen und Ihrer Telefonnummer gefunden. Dann werden Sie um weitere Details zu Ihrer Person gebeten. Beispielsweise, ob Sie alleine wohnen, Geld in einem Tresor aufbewahren oder demnächst in den Urlaub fahren. In Wirklichkeit suchen die Verbrecher nach einem geeigneten Augenblick, in Ihre Wohnung einzudringen.

Wie sollten Sie sich verhalten:

Sagen Sie, dass Sie diese Informationen am Telefon nicht geben möchten. Die Polizei wird Sie niemals telefonisch nach solchen Details fragen. Sagen Sie notfalls, dass Sie sich bei der Polizeidienststelle in Ihrer Nähe melden um die Details dort einem Kollegen zu geben.

Masche 2: Hilferufe

Jemand ruft Sie an (teilweise auch auf einer anderen Sprache) und schreit verzweifelt um Hilfe. Teilweise können auch Sätze wie „Bitte nicht auflegen“ fallen.

Wie sollten Sie sich verhalten:

Auflegen. Eine Person, die sich wirklich in einer Notsituation befindet, wird sich in erster Linie an die Polizei oder an den Notruf wenden, nicht an irgendeine rein zufällige Nummer einer unbekannten Person.

Masche 3: Das „Ja“

Jemand, den Sie nicht kennen, ruft Sie an - es gibt ein kurzes komisches Gespräch und ein paar Wochen später haben Sie Post, in der steht, dass Sie ein Abo abgeschlossen hätten. Bei dieser Masche wird Ihnen im Gespräch ein „Ja“ entlockt. Dieses wird dann in einem im Nachhinein zusammengeschnittenen Gespräch so verwendet, dass es so wirkt, als hätten Sie einem Abo zugestimmt.

Wie sollten Sie sich verhalten:

Bei Fremden, die anrufen (vor allem in fremden Sprachen oder von Nummern aus dem Ausland), legen Sie am besten sofort auf. Lassen Sie sich nicht auf ein langes Gespräch ein. Falls nach einigen Wochen doch ein Brief bei Ihnen ankommt, setzen Sie sich am besten mit der Polizei und dem Verbraucherschutz in Verbindung, um gegen den Vertrag vorzugehen.

Generell gilt bei Telefonabzocke:

Wenn Sie einen solchen Anruf erhalten (in letzter Zeit kam er häufig von Nummern mit einer +22 als Vorwahl), oder einen anderen Anruf führen, bei dem Sie danach ein mulmiges Gefühl haben, verständigen Sie am besten Ihre Polizeistelle vor Ort. Zusätzlich können Sie, wenn Sie die Nummer, von der Sie angerufen wurden noch vorliegen haben, diese dem BSI (Amt für Datenschutz) weiterleiten. Diese können die Fake-Anrufer dann zurückverfolgen.

Was tun, wenn das Geld schon weg ist?

Wenn Ihre Telefonrechnung vom Konto abgebucht wird, sollten Sie zunächst den kompletten Betrag per Rücklastschrift zurückholen. Anschließend überweisen Sie den Betrag – allerdings ohne den strittigen Posten. Wie viel die Hotline genau abkassiert hat, erkennt man dabei auf jeder Rechnung unter dem Punkt "Mehrwertdienste."

Wichtig: Teilen Sie der Telekom bzw. Ihrem Festnetzanbieter mit, dass Sie Gründe haben, die Zahlung zu verweigern!

Sie müssen unbedingt eine so genannte Tilgungsbestimmung für Ihre Rechnung festlegen und NUR die Zahlung an die Hotline verweigern. Andernfalls wird Ihr Anbieter einfach nur registrieren, dass Sie Ihre Rechnung nicht komplett bezahlt haben und den Betrag irgendwann einfordern. Dazu unbedingt Bundesnetzagentur Bescheid geben, die die Nummer ggf. sperrt:

https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Verbraucher/Rufnummernmissbrauch/rufnummernmissbrauch-node.html

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